Familie des getöteten UN-Soldaten erwägt Klage gegen Israel

23. Oktober 2006, 17:28
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Offizielle Berichte über Beschuss von UNO-Stützpunkt unter Verschluss

Wien - Die Witwe des am 25. Juli im Libanon durch einen israelischen Bombenangriff getöteten österreichischen Majors Hans-Peter Lang erwägt, Israel auf Schadenersatz zu klagen. Das berichtet die Tageszeitung "Die Presse" (Freitagsausgabe). Mit Lang starben damals drei weitere UN-Mitarbeiter.

Immer noch sei ungeklärt, warum Israel den UNO-Stützpunkt Khiam bombardiert hatte. Offizielle Berichte darüber würden auch vor den Familien der Getöteten unter Verschluss gehalten, so "Die Presse".

Bericht wurde übergeben

Am 15. September übergaben die israelischen Behörden der österreichischen Bundesregierung einen diesbezüglichen Bericht. Es handelt sich um die schriftliche Version eines Briefings, das zuvor in Tel Aviv Diplomaten aus Österreich, Finnland, China und Kanada gewährt worden war. Einblick in die siebenseitige Darstellung lehnten österreichische Regierungsstellen bis heute strikt ab. Man sei von Israel um Diskretion gebeten worden.

Die "Vereinigung österreichischer Blauhelme" wolle nun Außenministerin Ursula Plassnik und Verteidigungsminister Günther Platter brieflich bitten, das Geheimnis der Khiam-Berichte zu lüften und ein paar Fragen zu beantworten. "Es gibt Aufklärungsbedarf", erklärt der Präsident des Blauhelm-Vereins, Günther Greindl, laut "Presse". Der Nationale Sicherheitsrat solle sich noch einmal mit dem Fall befassen.

Major Lang hinterlässt einen elfeinhalb-jährigen Buben. Dessen Mutter erwägt nun, Israel auf Schadenersatz zu klagen. Ein Anwalt ist bereits eingeschaltet. Doch bis die Ansprüche geltend gemacht werden, könnten noch Monate verstreichen. Es mangelt an Informationen. Auch die Familie Lang hat keinen Einblick in die Berichte Israels und der UNO. (APA)

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