Wer funkelt, muss nicht zickig sein

23. Oktober 2006, 11:17
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Liz Hurley "hostete" die Präsentation von Edelware aus dem Hause Chopard im Juwelenhaus Wagner

Man lernt dazu: Wenn ein Wiener Juwelier ankündigt, echte (soll heißen: jenseits des austriakischen "Lugniversums" bekannte) Prominente einzufliegen, ist Vorsicht angesagt: Immer noch ist der Versuch von Henry J. Sillam erinnerlich, der seinen Laden einst von einer falschen Madonna eröffnen ließ und lange - sinngemäß - bei der Echtheit seiner Steine schwor, das Double sei das Original. Dass er sich damit - Juwelenkauf ist schließlich Vertrauenssache - wenige Freunde machte, ist nachvollziehbar: Katharina und Hermann Gmeiner-Wagner etwa, Juweliere in der Wiener Innenstadt, hätten ihren über Wochen hinweg geheimnisvoll als "internationalen Ehrengast" angekündigten Star auch ohne mediale Fake-Madonna-Querverweise über den roten Teppich geführt. Schließlich war es die echte Liz Hurley, die da Mittwochabend im Juwelenhaus Wagner die Präsentation von Edelware aus dem Hause Chopard "hostete". Woran der Laie den Unterschied zwischen echten, falschen und (vor allem) Möchtegern-VIPs erkennt? Nun: Unkompliziert-freundlich und recht allürenlos aufzutreten kann sich nur leisten, wer nicht auf billige Schmähs setzen muss.

Auf dem Sprung zum Weltruhm

Es ist fast eine Beleidigung, ihn "Geheimtipp" zu nennen. Schließlich werden dem Austrofred in Magazinen wie Spex Rosen gestreut - da ist es nur noch ein Frage der Zeit, bis auch die verzweifelt neue Köpfe suchende Gesellschaftspresse die oberösterreichischen Freddy Mercury-Reinkarnation entdeckt. Dass der personifizierte Beweis, dass Musik Mathematik ist, weil minus mal minus plus ergibt (hier: Queen-Songs mit Austropop-Texten), Star-Qualitäten hat, die mit denen heimischer Sternchen locker mithalten können, bewies Herr Austrofred am Dienstag im Rabenhof: Im Gegensatz zu Dancing- oder anders manischen Stars ist er ein Entertainer, den man nicht nur eine Minute (unter Schmerzen) erträgt, sondern der einen ganzen Abend trägt. Und zwar bravourös. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD Printausgabe, 20.10.2006)

  • Freundlich selbst zum Paparazzo: Hurley mit Fotograf Alexander Tuma
    foto: viennareport

    Freundlich selbst zum Paparazzo: Hurley mit Fotograf Alexander Tuma

  • Der Austrofred im Rabenhof: fröhlicher Beweis, dass Austropop nicht grauenhaft und peinlich sein muss
    foto: rott

    Der Austrofred im Rabenhof: fröhlicher Beweis, dass Austropop nicht grauenhaft und peinlich sein muss

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