ISAF tötet bei Anti-Terror-Operationen 20 Zivilisten

23. Oktober 2006, 13:37
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Britischer Soldat stirbt nach Selbstmordattentat

Kabul - Bei zwei Anti-Terror-Operationen der internationalen Schutztruppe ISAF sind in Südafghanistan nach Angaben der afghanischen Regierung 20 Zivilisten getötet worden. Elf Zivilisten seien in der Provinz Kandahar, neun weitere in der Nachbarprovinz Helmand ums Leben gekommen, teilte der Präsidentenpalast in Kabul am Donnerstag mit. In Helmand seien zudem elf Zivilisten verletzt worden. Nach ISAF-Angaben fanden beide Operationen in der Nacht zu Mittwoch statt. In Kandahar räumte die ISAF den Tod "mehrerer Zivilisten" ein, in Helmand ordnete sie eine Untersuchung an.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai sagte, er habe mehrfach gefordert, dass alle Anstrengungen unternommen werden müssten, um die Sicherheit von Zivilisten zu gewährleisten. "Ihnen Schaden zuzufügen, ist für uns nicht akzeptabel." Er rufe die NATO-geführte ISAF erneut dazu auf, zivile Opfer zu vermeiden. Nach Angaben seiner Regierung hatten sich in beiden Fällen radikal-islamische Rebellen in Wohngebieten verschanzt. Trotz entsprechender Appelle Karzais und der Vereinten Nationen sterben in Afghanistan immer wieder Zivilisten bei ausländischen Militäreinsätzen. Ende 2003 waren bei zwei Operationen der US-geführten Koalitionstruppen 15 Kinder getötet worden.

Bei einem Selbstmordanschlag auf die ISAF in Lashkar Gah, der Hauptstadt der Provinz Helmand, wurden zwei Kinder und ein britischer Soldat getötet. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte den Tod des Soldaten. Zunächst hatte es geheißen, er sei schwer verwundet worden. Ein zweiter Soldat aus Großbritannien und sieben Zivilisten wurden zum Teil schwer verletzt. In Helmand sind vor allem britische Soldaten stationiert, die dort in den vergangenen Monaten schwere Verluste erlitten. (APA/dpa)

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