Turkmenen wollen nun auch eigenes Autonomiegebiet

24. Oktober 2006, 16:16
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Neun Tote bei Selbstmordanschlag in Kirkuk - Blutbad in Schiitenstadt Khalis

Bagdad/Kirkuk/Baakuba - Nach den Kurden und den Schiiten fordert nun auch die turkmenische Minderheit im Irak ein eigenes Autonomiegebiet. Der stellvertretende Vorsitzende der turkmenischen Ahali-Partei, Ali Mahdi, sagte am Donnerstag in Kirkuk: "Nach internationalem Recht hat jedes Volk ein Recht auf Selbstbestimmung, und wir Turkmenen fordern die Gründung eines turkmenischen Autonomiegebietes, das von Tel Afar (bei Mossul) bis nach Mandali (an der Grenze zum Iran) reicht."

Den Vertretern der großen Kurdenparteien warf Mahdi Rassismus vor. Ein von den Kurden gefordertes Referendum in der nordirakischen Vielvölkerstadt Kirkuk müsse um mindestens acht Jahre verschoben werden, fügte er hinzu. Die Kurden wollen die Einwohner der 250 Kilometer nördlich von Bagdad gelegenen Öl-Stadt entscheiden lassen, ob die Stadt in das kurdischen Autonomiegebiet eingegliedert werden soll. Rund fünf Prozent der Iraker sind Turkmenen.

Selbstmordanschlag in Kirkuk

Ein Selbstmordattentäter zündete in Kirkuk am Donnerstag eine Autobombe vor einer Bank, in der gerade Soldaten ihren Sold abholten. Nach Polizeiangaben starben neun Menschen, darunter zwei Soldaten und ein Kind. 75 weitere Menschen wurden verletzt. 25 kleinere Geschäfte gingen in Flammen auf.

Die US-Armee teilte mit, Aufständische hätten in der Provinz Anbar und in Bagdad am Mittwoch zwei amerikanische Soldaten getötet. Nahe der südlichen Hafenstadt Basra starben bei einer Razzia vier Iraker, darunter zwei Polizisten. Die Polizei befreite nach eigenen Angaben 17 Entführungsopfer, darunter drei Kinder. In Al-Kut fand die Polizei sieben Leichen von Ermordeten. Zwei der Männer trugen Armeeuniformen.

Mindestens 17 Tote bei Anschlag

Bei einem Selbstmordattentat in der Nähe der irakischen Stadt Baakuba sind am Donnerstag mindestens 17 Menschen ums Leben gekommen. 37 weitere Menschen seien verletzt worden, teilten die örtliche Polizei und Ärzte mit. Die Bombe sei auf einem belebten Marktplatz in der Stadt Khalis, rund 25 Kilometer nördlich von Baakuba, explodiert.

Die überwiegend von Schiiten bewohnte Stadt Khalis liegt in der Provinz Diyala, in der es häufig zu Angriffen von Schiiten auf Sunniten kommt. (APA/dpa)

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