Madrid: Sicherheitslage erheblich verschlechtert

23. Oktober 2006, 13:37
1 Posting

NATO strebt Truppenverstärkung an

Madrid/London - Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich nach Worten des spanischen Verteidigungsministers José Antonio Alonso erheblich verschlechtert. Die Gewalt- und Terrorakte radikal-islamischer Rebellen hätten stark zugenommen, sagte der Minister am Donnerstag im spanischen Parlament.

"Afghanistan ist kein sicheres Land, sondern genau das Gegenteil." Seit Juli habe es vier Angriffe auf die in Afghanistan stationierten spanischen Truppen gegeben. Einer der Anschläge, bei dem im Juli ein spanischer Soldat getötet worden war, sei eindeutig von den Taliban-Milizen verübt worden. Spanien hat in Afghanistan rund 700 Soldaten stationiert.

Die oppositionelle Volkspartei (PP) meinte, angesichts der Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan stehe Spanien vor der Alternative, entweder sein Truppenkontingent aufstocken oder seine Soldaten ganz abziehen zu müssen. Die Vereinte Linke (IU) bezeichnete die internationale Friedensmission als "gescheitert" und forderte einen Abzug der spanischen Truppen aus Afghanistan.

Bei einem Selbstmordanschlag in der südafghanischen Provinz Helmand wurden mehrere Zivilisten getötet und einige britische Soldaten verletzt. Der Attentäter sei zu Fuß unterwegs gewesen und habe sich auf eine Nato-Patrouille gestürzt, berichtete ein afghanischer Offizier am Donnerstag. Das Bündnis widersprach seinen Angaben, dass auch zwei NATO-Soldaten getötet worden seien. Das Verteidigungsministerium in London erklärte, es seien einige britische Soldaten verwundet, aber nicht getötet worden.

Helmand ist eine Hochburg der radikal-islamischen Taliban-Rebellen. Im unruhigen Süden Afghanistans sind vor allem Soldaten aus Großbritannien, Kanada und den Niederlanden eingesetzt.

Die NATO strebt eine Verstärkung ihrer Präsenz im Süden des Landes an. Ihr Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagte der britischen BBC, das Bündnis sei trotz zugesagter Aufstockungen aus einigen Ländern noch weit von seiner erforderlichen Stärke entfernt. Damit sei er nicht zufrieden. Insgesamt hat die NATO mehr als 30.000 Soldaten in dem Land stationiert. (APA/dpa/Reuters)

Share if you care.