CERN-Projekt untersucht Einfluss von Sonnenaktivität auf unser Klima

27. Oktober 2006, 13:04
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Simulation der Verhältnisse im Weltraum zur Untersuchung des Einflusses auf die Wolkenbildung

Wien - Seit langem vermuten Wissenschafter einen direkten Einfluss der zyklisch schwankenden Sonnenaktivität auf das Erdklima. Ein internationales Forscherteam - darunter auch Physiker der Universität Wien - möchte der Sache am Europäischen Forschungszentrum CERN nun auf den Grund gehen. In Beschleuniger-Experimenten sollen die Verhältnisse im Weltraum simuliert werden.

Dass die Sonnenaktivität schwankt, gilt als anerkannte Tatsache. Relativ leicht erkennbar ist dies an den so genannte Sonnenflecken; je mehr dieser dunklen Punkte, desto aktiver der Stern. Dabei gibt es mehrere, immer wiederkehrende Zyklen, einen elfjährigen ebenso wie wesentlich langfristigere. Bisher nur eine Vermutung ist, dass sich die Sonnenaktivität auch auf das Klima auswirkt. Unter anderem wird die so genannte Kleine Eiszeit im 17. und 18. Jahrhundert mit einem Minimum an Sonnenflecken für die Dauer von 70 Jahren in Zusammenhang gebracht.

Vermutung

Bezogen auf den Gesamtenergieausstoß der Sonne sind die Schwankungen der Aktivität zu gering, als dass sie direkte Auswirkungen auf das Erdklima haben könnten, erklärte dazu der österreichische Projektleiter und Professor am Insitut für Experimentalphysik, Paul Wagner, gegenüber der APA. Es wird vielmehr vermutet, dass die Sonnenaktivität über den so genannten Sonnenwind und die Höhenstrahlung die Wolkenbildung beeinflusst.

Untersuchungen

Genau diese Verhältnisse in großer Höhe wollen die Wissenschafter nun am CERN nachstellen. Anstatt des Sonnenwindes wird ein Ionenstrahl erzeugt und dann auf eine Messkammer geleitet. In dieser Messkammer können die Physiker genau definierte atmosphärische Verhältnisse herstellen. Für die Wolkenbildung sind nämlich Tröpfchen nötig und diese entstehen nur an so genannten Kondensationskeimen. Durch Sonnenwind und Höhenstrahlung werden potenzielle Keime geladen und verhalten sich dann - so die Vermutung - anders als ungeladene Partikel.

Ein weiteres Fragezeichen jedenfalls für die österreichische Beteiligung ist die Finanzierung der Forschungen. "Es hängt noch von der Förderung durch den Wissenschaftsfonds (FWF) ab, einen entsprechenden Projektsantrag haben wir jedenfalls gestellt", so Wagner. Der Wiener Physiker wurde von CERN auf Grund seiner zahlreichen Arbeiten zu Kondensationsvorgängen zur Mitarbeit eingeladen. (APA)

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