Errmittlungen gegen Lazio-Ultras

25. Oktober 2006, 10:38
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Sollen durch Merchandising-System wirtschaftliches Imperium aufgebaut haben

Rom - Die römische Polizei ermittelt gegen eine Gruppe von Ultras rund um den Fußball-Erstligisten Lazio Rom, die in den vergangenen Jahren ein wirtschaftliches Imperium aufgebaut haben. Die rechtsextremistische Gruppe "Irriducibili" (Die Unbeugsamen) machte dank des Vertriebs von Trikots mit der Marke "Original Fans", von Gadgets und Fahnen dem offiziellen Merchandising-System des Klubs aktiv Konkurrenz, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Il Giornale".

Über 15 Geschäfte besitzt die Gruppe aus Mussolini-Nostalgikern, die zum Treffpunkt für rechtsextreme Ultras geworden sind. Die Ultras-Gruppe habe sogar ein eigenes Radioprogramm und organisiere die Reisen der "Fans", die Lazio bei Auswärtsspielen unterstützen wollen. Sie seien somit mit der Reisegesellschaft Francorosso in Konkurrenz getreten, welche die exklusiven Rechte für die Organisation von Transfers im Ausland hatte, berichtete die Tageszeitung.

Die Gruppe hätte auch Lazio-Präsidenten Claudio Lotito scharf angegriffen. Mit Drohungen wollten sie in den vergangenen Monaten Lotito aus dem Amt drängen, um mehr Raum beim Merchandising zu gewinnen. Die Ermittlungen führten vergangene Woche zur Festnahme von vier Ultras, die Verbindungen zum ehemaligen Lazio-Star, Giorgio Chinaglia, hatten. Gegen Chinaglia wurde ein Haftbefehl erlassen, weil er mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt hatte, ein ungarischer Konzern sei an der Übernahme des Klubs interessiert.

Chinaglias Übernahmepläne hatten zu Schwankungen im Börsenkurs des seit 2000 notierten Klubs geführt. Die Mailänder Börsenaufsichtsbehörde Consob hatte daraufhin eine Untersuchung eingeleitet. Chinaglia wird auch Erpressung vorgeworfen. Er soll Druck auf den amtierenden Lazio-Präsidenten ausgeübt haben, um ihn zum Verkauf des Klubs zu bewegen.(APA)

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