"Stellte Ronaldinho in den Schatten"

30. Oktober 2006, 16:41
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Mit Drogba-Tor brach Chel­sea Barcas Nimbus der Unbesiegbarkeit - Bayerns Goalie Kahn trotz 1:0 in Lissa­bon selbstkritisch

Wien - Dank Didier Drogba hat Chelsea die erste Runde des "Giganten-Duells" mit dem FC Barcelona in der Fußball-Champions-League für sich entschieden und den Nimbus der Unbesiegbarkeit des regierenden Titelträgers gebrochen. "Drogba stellte Ronaldinho in den Schatten", kommentierte die spanische Zeitung "El Pais" am Donnerstag nach dem 1:0-Sieg der Engländer gegen die Katalanen. Nach dem dritten Sieg im dritten Gruppenspiel stehen die Londoner schon mit einem Bein im Achtelfinale.

"Ich habe nur das getan, wozu mich das Team braucht"

"Ich bin nicht Superman", wiegelte der Stürmer nach dem Goldtor ab. "Ich habe nur das getan, wozu mich das Team braucht: Gut spielen und Tore schießen." Zweiter Chelsea-Held vor 46.000 an der Stamford Bridge war "Blues"-Tormann Henrique Hilario, der sein erstes Bewerbspiel für Chelsea absolvierte. Nach einer ersten Bewährungsprobe, einem Messi-Schuss in der 24. Minute, präsentierte sich der 30-jährige Portugiese als sicherer Rückhalt für sein Team. "Hilario hat von Beginn weg Sicherheit ausgestrahlt", lobte Coach Jose Mourinho seinen Landsmann. "Er hat ein ausgezeichnetes Spiel abgeliefert."

Beim unterlegenen Titelträger machte sich bei der ersten CL-Niederlage nach 15 Partien - im März 2005 verlor man ebenfalls gegen Chelsea 2:4 - vor allem das Fehlen des verletzten Stürmers Samuel Eto'o bemerkbar. "Eines ist nach der Niederlage klar. Eto'o wird mehr vermisst als angenommen", schrieb das katalanische Fachblatt "Sport". "El Pais" vermisste bei Barcelona hingegen "den Ehrgeiz und Siegeswillen" der vorigen Saison: "Das Team sah nicht so aus, als wäre es ein ernsthafter Titelanwärter."

Barcelona liegt mit nun vier Zählern nur dank der besseren Tordifferenz vor Werder Bremen, das Lewski Sofia mit einem 2:0 in der Hansestadt die dritte Niederlage zufügte. "Die Niederlage macht für uns das Weiterkommen komplizierter", meinte "Barca"-Trainer Frank Rijkaard pessimistisch, während Kapitän Charles Puyol den Rückschlag als "Unfall" abhakte.

Kahn fordert mehr Disziplin

Für Bayern München, mit neun Zählern klarer Spitzenreiter der Gruppe B, ist das Erreichen der K.o.-Phase nach dem glücklichen 1:0 bei Sporting Lissabon nur noch Formsache. Nach der Zitterpartie gegen die Portugiesen forderte Torhüter Oliver Kahn, der mit einigen Paraden den Sieg rettete, jedoch mehr Konzentration und Disziplin ein. "Wir müssen im Kopf brutaler mit uns selbst sein. Wenn ich 1:0 oder 2:0 führe, muss ich trotzdem weiterhin konsequent Fußball spielen", bemängelte der "Titan".

Den Fehlstart überwunden hat Inter Mailand, das dank eines Doppelpacks von Julio Cruz mit einem 2:1 gegen Spartak Moskau die ersten Punkte einfuhr. Die Moskauer, bei denen ÖFB-Teamspieler Martin Stranzl nur auf der Bank saß, warten nun bereits seit 20 CL-Spielen (Rekord) auf einen Erfolg.

Zweiklassengesellschaft in Gruppe C

In Gruppe C bildete sich durch die Siege von Liverpool und Eindhoven am dritten Spieltag eine Zweiklassengesellschaft. Der Sieger von 2005 verließ Bordeaux dank eines Crouch-Treffers als 1:0-Sieger, die Niederländer bezwangen Galatasaray Istanbul 2:1. Während Liverpool und PSV das Achtelfinale mit jeweils sieben Zählern nun klar vor Augen haben, wird der Kampf um den dritten Tabellenrang und damit die Qualifikation um den UEFA-Cup zwischen den Türken und Franzosen wohl im direkten Duell in Runde fünf entschieden.

Salzburg-Bezwinger Valencia blieb hingegen in Gruppe D das Maß aller Dinge. Gegen eine hilflos wirkende Elf von Schachtjor Donezk machten die Spanier im Mestalla-Stadion durch zwei Treffer des überragenden David Villa schon vor der Pause alles klar. Weiter auf Achtelfinalkurs ist auch die AS Roma, die Olympiakos Piräus dank eines Treffers von Perrotta nach Totti-Vorarbeit in Athen 1:0 besiegte. Roma blieb dem beim Punktmaximum von neun Zählern haltenden Team aus Valencia in Gruppe D damit auf den Fersen, für Piräus und Donezk (jeweils ein Punkt) bedeutet die Rückrunde am 31. Oktober schon die letzte Chance auf den Aufstieg.(APA/Reuters/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Didier Drogba im Rausch des Tores.

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