Der Cup wird auf Eis gelegt

2. März 2007, 14:13
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Um eine optimale Vorbereitung auf EURO 2008 zu garantieren endet die Bundesliga-Saison 2007/08 bereits am 26. April

Vösendorf - Der österreichische Fußball-Cup in der Saison 2007/08 muss der Vorbereitung auf die Heim-EURO 2008 weichen. Daran ließen die Spitzen von ÖFB und Bundesliga am Donnerstag in Vösendorf keinen Zweifel, auch wenn sich beide Verbände in ihren offiziellen Stellungnahmen noch zu keiner definitiven Absage des Pokal-Bewerbes durchringen konnten.

Durch diese Maßnahme soll ein Ende der Meisterschaft am 26. April 2008 gewährleistet sein, wodurch Teamchef Josef Hickersberger im Vergleich zu anderen EM-Konkurrenten mehr Zeit bleibt, zumindest die bei heimischen Klubs engagierten Internationalen bis zum Turnierbeginn am 7. Juni 2008 in EURO-Form zu bringen.

Mit dem Sponsor besprochen

"Wir werden das Angebot des ÖFB gerne annehmen müssen, auf den Cup zu verzichten. Das erleichtert die Aufgabe, die Meisterschaft früher zu beenden", erklärte Bundesliga-Präsident Martin Pucher. Mit dem Sponsor Stiegl ist der Wegfall der Cup-Saison ebenso besprochen wie mit der UEFA, die dem ÖFB bereits schriftlich garantiert hat, dass der für den Pokalsieger reservierte UEFA-Cup-Platz ausnahmsweise über die Meisterschaft ausgespielt werden darf. Weniger glücklich reagierten laut ÖFB-Präsident Friedrich Stickler zwar die Landesverbände, "aber in diesem Fall sticht eben der Ober den Unter", so der ÖFB-Boss, der sich für die kommende Saison einen Cup-Bewerb unter Beteiligung der Amateurteams vorstellen kann.

Stickler betonte, gelungene Auftritte des österreichischen Nationalteams im Heim-Turnier seien nicht nur im Sinne des ÖFB, sondern auch der Liga. "Das Abschneiden des Teams ist eine wesentliche Voraussetzung für die Zukunft des Klub-Fußballs. Ich wage die Hypothese, wenn wir uns da nicht entsprechend präsentieren, leidet darunter nicht nur das Team, sondern auch die Vereine. Dann wird das Zuschauerinteresse massiv zurückgehen", meinte Stickler.

Der Lotterien-Boss sprach so wie Pucher in punkto Terminverhandlungen zwischen Liga und ÖFB von "nicht immer einfachen Gesprächen", die letztlich aber doch das "bestmögliche" Ergebnis gebracht hätten. "Es wird genügend Zeit für die Vorbereitung auf die EURO 2008 sein. Wir werden gut vorbereitet in das Turnier gehen", prophezeite Stickler.

Abseits der Cup-Thematik ist laut Stickler und Pucher auch eine finanzielle Lösung gefunden worden, was die Beteiligung der Klubs an den EURO-Einnahmen des ÖFB betrifft. "Es gibt ein gutes, tragfähiges Arrangement", sagte Stickler, der sich über die Details der Abmachung in Schweigen hüllte. Zumindest deutete er an, dass die Vereine an dem noch offenen Betrag, der von der UEFA an den ÖFB fließt, abzüglich der Kosten für die EURO-Vorbereitung zu einem gewissen Prozentsatz partizipieren werden.

Der ÖFB gewährt der Liga auch dank Zuschüssen der UEFA eine finanzielle Unterstützung zur Verbesserung der Infrastruktur in den Stadien, wodurch die heimischen Arenen vor allem durch den Einbau von Rasenheizungen "winterfest" gemacht werden sollen. "Diese Mittel wurden zweckgebunden zur Verfügung gestellt", betonte Pucher.

Klubs, die vor der EURO eine Rasenheizung installieren, werden aus diesem Topf ebenso gefördert wie Rapid und Pasching, die eine solche Anlage in der Sommerpause einbauen ließen. (APA)

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