Malaria: Experimenteller Impfstoff vielversprechend

21. Oktober 2006, 12:00
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Vakzin-Kombination könnte besseren Schutz gegen Krankheit ermöglichen

Oxford - Eine Überprüfung von experimentellen Malaria-Impfstoffen durch die Cochrane Collaboration hat ergeben, dass ein Impfstoff derart viel versprechend ist, dass die Ergebnisse ein rasches Vorgehen in Richtung Zulassung für den routinemäßigen Einsatz rechtfertigen. Damit würde der erste kommerzielle Impfstoff gegen eine der tödlichsten Krankheiten zur Verfügung stehen. Es könnte jedoch laut "New Scientist" sein, dass er gemeinsam mit anderen Impfstoffen eingesetzt werden muss, um die Krankheit wirklich zu stoppen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der "The Cochrane Database of Systematic Reviews" veröffentlicht.

Die Versuche einen Impfstoff zu entwickeln wurden dadurch erschwert, dass der Parasit seine Form während der Infektion mehrmals verändert. Diese Veränderungen verwandeln die Oberflächenchemikalien, die Impfstoffe normalerweise ausnutzen, um dem Immunsystem das Erkennen eines Krankheitserregers zu ermöglichen. Unter den Forschern herrscht zusätzlich Uneinigkeit darüber, in welchem Stadium eine Impfung vorgenommen werden soll. Das Impfen gegen das erste Stadium, den Sporozoiten, der über Moskitos ins Blut gelangt, könnte eine Infektion gänzlich verhindern. Dem Immunsystem stünde dabei jedoch nur ein begrenzter Zeitraum für eine Reaktion zur Verfügung, bevor mit dem Merozoiten das nächste Stadium und damit das Eindringen in die roten Blutkörperchen erreicht wird. Eine Impfung würde die Infektion nicht verhindern aber die Schwere der Erkrankung verringern.

Untersuchungsergebnis

Die Cochrane Collaboration untersuchte aktuelle Versuche mit vier führenden Kandidaten für einen Sporozoiten-Impfstoff. Drei zeigten keine klar bestimmbare Wirkung. Ein Impfstoff wies die erforderliche Wirksamkeit auf. Dieser Impfstoff besteht aus einem großen Stück eines Oberflächenproteins der Sporozoiten, das die Wissenschaftler an ein Oberflächenprotein des Hepatitis B Virus anhängten. Der Virusteil stimuliert das Immunsystem, während der Krankheitserreger das Immunsystem zum Angriff auf den Sporozoiten anregt. Der Impfstoff schützte in Amerika 41 Prozent der Freiwilligen, die im Labor mit Malariamoskitos in Berührung kamen. Bei Tests mit Kindern in Mosambik konnte innerhalb von 18 Monaten nach der Impfung die Anzahl der Erkrankungen um 26 Prozent verringert werden. Zusätzlich verringerte sich die Schwere der Fälle um mehr als die Hälfte. In Gambia traten 63 Prozent weniger Erkrankungen auf, nachdem Männern zwei Impfungen im Abstand von einem Jahr verabreicht worden waren.

Dieser Schutz erscheint im Vergleich mit dem nahezu vollständigen Schutz, den Impfstoffe gegen Polio oder Masern bieten, eher dürftig. Laut den Wissenschaftlern handelt es sich jedoch um die besten Ergebnisse, die bisher im Kampf gegen Malaria erzielt worden sind. Der Hersteller Smith Kline Beecham sollte diesen Impfstoff daher rasch auf den Markt bringen. Eine Kombination dieses Impfstoffes mit einem gegen Merozoiten könnte einen besseren Schutz ermöglichen. In einem weiteren Artikel der The Cochrane Database of Systematic Reviews wird berichtet, dass der einzige derartige Impfstoff, der bisher auf seine Wirksamkeit getestet wurde, die Erkrankungsrate bei australischen Freiwilligen und bei Kindern in Papua-Neuguinea nicht verringerte. Es kam jedoch zu einer Verringerung der Anzahl der Parasiten im Blut. (pte)

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