Billige Handys drücken Nokia-Gewinn - Wachstum in Schwellenländern

27. Oktober 2006, 10:19
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Vor allem bei klassischen Mobiltelefonen ein Ertragsproblem

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia bezahlt mit sinkenden Gewinnen für den massiven Ausbau seines Geschäfts in Schwellenländern. Im dritten Quartal steigerte Nokia zwar Absatz, Umsatz und Marktanteil deutlich. Mit den hohen Zuwächsen in China, Afrika und Asien wurden jedoch vor allem billigere Handys verkauft. Der Quartalsgewinn sank um vier Prozent auf 845 Mio. Euro. Die Aktie wurde um 4,5 Prozent auf 15,24 Euro gedrückt.

Mehr Umsatz<7b>

Den Quartalsumsatz stieg um 20 Prozent auf 10,1 Mrd. Euro, wie Nokia am Donnerstag in Helsinki mitteilte. Die Zahl der verkauften Geräte wuchs im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 88,5 Mio.. Sogar im Vergleich zum zweiten Quartal war das ein Plus von 13 Prozent.

Marktanteile gesunken

Der Nokia-Marktanteil stieg damit auf 36 Prozent von 33 Prozent vor einem Jahr und 34 Prozent in den vorangegangenen drei Monaten. Der Durchschnittspreis pro Handy sank aber auf 93 Euro von 102 Euro noch in den drei Monaten davor. Der Vorsteuergewinn schrumpfte ebenfalls um 4 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro.

Vor allem bei klassischen Mobiltelefonen hatte Nokia ein Ertragsproblem. Der operative Quartalsgewinn der Sparte fiel um elf Prozent auf 779 Mio. Euro. Dies war aber auch die Folge einer Sonderbelastung von 128 Mio. Euro für den Umbau des CDMA-Geschäfts. Der Umsatz wuchs unterdessen um 14 Prozent auf 5,9 Mrd. Euro.

Sattes Plus

Bei Multimedia-Handys schaffte Nokia ein Umsatzplus von 45 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro und steigerte das operative Ergebnis um die Hälfte auf 366 Mio. Euro. Bei der Netzwerkausrüstung legte der Umsatz um 16 Prozent auf 1,8 Mrd. zu, während das Ergebnis um 17 Prozent auf 131 Mio. Euro fiel.

Für das Jahr rechnet Nokia branchenweit mit dem Absatz von 970 Mio. Handys nach 795 Mio. 2005. Schnell wächst das Segment der Smartphones, die Funktionen von Handy und Mini-Computer vereinen. Von ihnen seien im dritten Quartal branchenweit 19,9 Millionen abgesetzt worden, nach 14 Millionen vor einem Jahr. Auf Nokia entfielen davon 10,4 Mio. Geräte nach 7,1 Mio. im dritten Quartal 2005, hieß es.

Bände

Die Regionalentwicklung im dritten Quartal spricht Bände. Europa behielt zwar mit 11,2 Prozent Zuwachs auf 24,8 Mio. Handys die wichtigste Nokia-Region. Das stärkste Wachstum gab es aber im Bereich Asien-Pazifik mit einem Plus von 65,9 Prozent auf 20,9 Mio. Handys und in China, wo der Absatz um 62,4 Prozent auf 13,8 Mio. Geräte stieg. Das Geschäft in den USA stagnierte bei 5,8 Mio. Einheiten.

Die Verfolger

Die Nokia-Verfolger Motorola und Sony Ericsson wiesen im dritten Quartal ebenfalls hohe Wachstumsraten auf und erhöhten ihren Absatz auf 53,7 Mio. und 19,8 Mio. Handys erhöhten. Kräftig zulegen konnte auch der südkoreanische Rivale Samsung, der im dritten Quartal mit 30,7 Mio. Geräten so viele Handys wie nie zuvor verkaufte.

In den ersten neun Monaten des Jahres stieg der Nokia-Umsatz um 23 Prozent auf 29,4 Mrd. Euro. Der Gewinn legte um 19,2 Prozent auf 3,03 Mrd. Euro zu.(APA/dpa)

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