Von Grog, Alter und Cremes - Von Nikolaus Menches

20. Oktober 2006, 15:20
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Wenn das Ergebnis nicht wirklich originell und glaubhaft rüberkommt, wird man gnadenlos verrissen. So ist das eben im Internet!

Wie schon zuletzt möchte ich auch diesmal auf die Reaktionen zu meinem vorangegangen Blog eingehen und meinen Senf zu den aufgeworfenen Themen geben. Gleich Vorweg: Der Titel der Blogs lautet "Hier machen sich Agenturchefs und Kreative Gedanken über Werbung und die Welt" und nicht "Hier verändern Agenturchefs und Kreative die Welt". Wer lesen kann ist klar im Vorteil!

Zu meinem Alter: Ich BIN 27. Gibt es Grund zum Zweifel? Entweder ist das jetzt ein herber Tiefschlag und ich muss doch zu den neumodischen "Männer-hübsch- und-jung- mach-Cremes" greifen die zur Zeit voll im Trend liegen, oder irgendwer möchte sich hier ein Freigetränk erarbeiten!

Es freut mich jedenfalls, dass wir es zu einer echten Diskussion gebracht haben. Gerade als ich dabei war Herrn Ex-Client in Herrn Ätz-Client umzutaufen, musste ich feststellen, dass ich mit einigen seiner Ansichten grundsätzlich konform gehe. Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass eine gewisse Schärfe in den Meldungen ja auch die Dynamik fördert. Und "angegackt" fühle ich mich in keinster Weise. Sonst wäre ich hier wohl fehl am Platz.

Zum Thema Grog hab ich mal Wikipedia befragt und folgende Weisheit entdeckt: "Groglied" von Den Mimmi's:

"Rum muss, Zucker darf, Wasser nicht zu viel, Ein Grog, der muss Prozente haben, sonst nützt er dir nicht viel."

Hilft das gegen Verkrampfung? Ich weise mit sanftem Nachdruck auf den ersten Absatz dieses Blogs hin ...

Bleibt weiterhin die Frage nach dem kreativen Mut und dem Vertrauen zwischen Agentur und Kunden. Wie man unschwer an den unterschiedlichen Wortmeldungen erkennen kann, ist das ein sehr komplexes und sensibles Thema und vor allem eines, das voller Widersprüche ist.

Mir gefällt der Ansatz von Herrn Ex-Client sehr gut: Erst wenn sich Agentur und Kunde zusammentun, sich als Team sehen und gemeinsam an der Lösung arbeiten entstehen wirklich tolle Kampagnen. – Amen.

Was ich spannend finde ist, dass es scheinbar einen neuen Weg gibt, um kreative Kampagnen publik zu machen. Auf Seiten á la YouTube finden naturgemäß nur spezielle Kampagnen und Ideen Anklang. Nur was sich durch besonderen Witz, besondere Schärfe oder sonstige "Extreme" abhebt, wird 100.000fach verbreitet. Bleibt die Frage welche Zielgruppe zu erreichen ist. Durch die verwendeten, digitalen Formate könnten sich jedenfalls interessante Möglichkeiten aus reduzierten Produktionskosten kombiniert mit sehr freien Gestaltungsmöglichkeiten und nahezu unbegrenztem Verbreitungspotential ergeben. - Guerilla Marketing für das 21. Jahrhundert.

Allerdings bleibt eine große Gefahr: Wenn das Ergebnis nicht wirklich originell und glaubhaft rüberkommt, wird man gnadenlos verrissen. So ist das eben im Internet!

Zur Person
Nikolaus Menches, 27, ist Inhaber und Geschäftsführer der youngstaers menches oeg

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Hier machen sich Agenturchefs und Kreative Gedanken über die Werbung und die Welt.

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