dm treibt Osteuropa-Expansion voran

17. November 2006, 15:22
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Drogeriekette plant 100 neue Standorte und nimmt im Arzneigeschäft neu Anlauf

Wien – Die Drogeriemarkt-Kette dm verdichtet von Österreich aus ihr Filialnetz im Osten. Nach dem Einstieg in Serbien und Bosnien erfolgt der Sprung nach Rumänien. Quer über alle Länder plant dm im laufenden Geschäftsjahr 100 neue Standorte und nimmt dafür 70 Mio. Euro in die Hand.

Rumänien biete dm genug Raum für Expansion, sagt Geschäftsführer Manfred Laaber. Direkte Konkurrenten fehlten, das Geschäft sei noch in Hand der Supermärkte. Laaber sieht langfristig ähnliche Entwicklungschancen wie in Ungarn – dort soll 2007 der 200. Markt eröffnen. dm hat den Umsatz im Osten, darunter etwa Kroatien, Tschechien und Slowenien, 2006/07 um 20 Prozent auf 481 Millionen Euro gesteigert. Österreich baute das Geschäft zugleich um sechs Prozent auf 497 Millionen Euro aus. Und 2007 soll der Absatz in Osteuropa den österreichischen erstmals überrunden.

Bittere Pillen

Nicht von der Stelle gekommen ist dm hingegen beim Vorstoß in den Arzneimittelmarkt. Bisher finden sich nur 40 von 2400 rezeptfreien Medikamenten – primär Tee – im Sortiment. Laaber will jetzt einmal mehr Druck machen. Sein Ziel ist, alle rezeptfreien Arzneimittel in allen Filialen zu führen. In Deutschland holte sich dm dabei heuer eine Abfuhr. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf bestätigte ein behördliches Verbot, wonach die Kette keine Arzneien ausgeben darf. dm hatte zuvor in acht Shops ein Versandprojekt getestet. "Arznei gehört in die Hände der Apotheker", heißt es auf Anfrage des Standard auch prompt aus der Apothekerkammer. "Die Medikamente werden durch den Verkauf in Drogerien bagatellisiert." dm führt in Österreich mit 4400 Mitarbeitern 335 Filialen und hielt damit laut AC Nielsen im Vorjahr rund 35 Prozent des Marktes. Stärkster Rivale ist Bipa mit 39,3 Prozent Marktanteil. Was beide verbindet, ist der steigende Anteil an Eigenmarken. dm macht mit ihnen bereits fast ein Fünftel des Geschäfts, sagt Laaber. "Unsere Eigenmarken wachsen stärker als das Gesamtgeschäft." Die Kosmetikindustrie hat damit weniger Freude. Sie kämpft mit der Billigware um den Platz in den Regalen.

dm mischt jedoch auch bei Dienstleistungen immer stärker mit: Der Filialist setzt mit Fotoausarbeitung, Imbissen, Kosmetik- und Friseurstudios 75 Millionen Euro um. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.10.2006)

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