"Eine beispiellose Hetzjagd"

27. Oktober 2006, 10:33
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Jan Ullrich macht schwierige Zeiten durch - Laut Manager Kontakt zu mehreren ProTour-Teams - Bassos Frei­spruch macht Mut

Hamburg/Scherzingen (APA/dpa) - Der unter Dopingverdacht stehende deutsche Rad-Star Jan Ullrich (32) hat sich via Homepage bitter über "tägliche Lügengeschichten in den Medien" beschwert und seinen Fans für erwiesene Solidarität gedankt. Sein Manager Wolfgang Strohband bestätigte am Donnerstag erneut den Willen Ullrichs, seine Radsport-Karriere fortzusetzen. Es gebe "mehrere Kontakte zu ProTour-Teams". "Demnächst" wolle der Tour-de-France-Sieger von 1997 ein Trainingslager beziehen. Unter derzeitiger Rechtslage erscheint aber ein konkretes Vertragsangebot für Ullrich nahezu ausgeschlossen.

Fan-Unterstützung erfreut

"Ich kann Euch nicht oft genug sagen, wie viel mir eure Unterstützung bedeutet. Etwas Schöneres kann es für einen Sportler nicht geben, denn diese Tage waren/sind nicht gerade leicht für mich", schrieb der frisch vermählte und um die Hüften etwas rundlich gewordene Ullrich, den die "Sport-Bild" vor seinem Haus in Scherzingen auf der Schweizer Seite des Bodensees in sportlicher Freizeitkleidung bei der Müllentsorgung ablichtete. "Die Fotografen haben auf der Lauer gelegen", sagte Strohband.

Weiter schrieb der ehemalige T-Mobile-Kapitän an die Adresse seiner Fans: "In letzter Zeit habe ich mich selten bei Euch gemeldet, da ich diese schwierige Situation selbst gar nicht begriffen habe und auch noch gar nicht richtig verarbeiten konnte. So etwas steckt man nicht einfach so weg. Es ist auch wirklich schwer für mich, täglich Lügengeschichten über mich in den Medien zu lesen. Um nicht verrückt zu werden, kann und will ich nicht jede Veröffentlichung über meine Person kommentieren."

Kontakt zu Basso

"Mit Genugtuung" hat Ullrich, der am 18. Juni zum letzten Mal im Rennen im Sattel saß, auf die Nachricht reagiert, dass gegen den Italiener Ivan Basso vorerst kein Verfahren eingeleitet wurde. "Ivan und ich waren bekanntlich die Topfavoriten der diesjährigen Tour. Leider sind wir aus dem Rennen genommen und an der Ausübung unseres Sports gehindert worden."

Mit dem Giro-Gewinner, der sich am Mittwoch von seinem dänischen CSC-Team getrennt hatte, hat Ullrich "in den vergangenen Wochen, die für uns beide nicht leicht waren, immer Kontakt gehalten. Jetzt freue ich mich als einer seiner größten sportlichen Rivalen, dass der Spuk für ihn vorbei ist." Ullrich: "Monate harten Trainings und der Schmerzen sind plötzlich umsonst gewesen, weil auf der Grundlage von Gerüchten und einer beispiellosen Hetzjagd eine presseöffentliche Vorverurteilung stattgefunden hat. Sein Freispruch kann uns allen Mut machen."(APA)

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    Jan Ullrich beklagt sich über "tägliche Lügengeschichten".

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