Mediobanca und Generali schließen sich Telecom-Italia-Pakt an

27. Oktober 2006, 10:19
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Europas fünftgrößte Telekommunikationsfirma soll vor einer Übernahme aus dem Ausland geschützt werden

Im Ringen um die Zukunft der Telecom Italia haben sich die beiden italienischen Finanzkonzerne Mediobanca und Generali einem nationalen Pakt angeschlossen, um Europas fünftgrößte Telekommunikationsfirma vor einer Übernahme aus dem Ausland zu schützen.

Wie die beiden Konzerne in einer gemeinsamen Mitteilung am Mittwoch bekannt gaben, schlossen sie sich einer entsprechenden Initiative des Reifenherstellers Pirelli und der Benetton-Familie an. Ziel dieses Abkommens sei es, "die Kontinuität und Stabilität der Aktionärsstruktur sowie der Unternehmensführung von Telecom Italia sicherzustellen". Mit dem 1,5-Prozent-Anteil des Geldinstituts Mediobanca und dem 3,67-Prozent-Anteil des Versicherers Generali kontrollieren die Mitglieder der Initiative nun zusammen 23,2 Prozent von Telecom Italia. Der Pakt gilt zunächst für drei Jahre und verpflichtet seine Unterzeichner, sich vor den Aktionärstreffen von Telecom Italia gemeinsam abzustimmen.

Der frühere Monopolist Telecom Italia hatte kürzlich einen radikalen Strategiewechsel beschlossen: Künftig will das hochverschuldete Unternehmen sein Festnetz- und Mobilfunkgeschäft trennen und sich auf die Breitbandsparte mit Medieninhalten konzentrieren. Über die Neuausrichtung kam es zum Streit mit der Regierung. Sie befürchtet, dass mit Telecom Italias TIM der einzige Mobilfunkbetreiber in italienischem Besitz ins Ausland verkauft werden könnte. Die Opposition wirft Prodis Lager dagegen Einmischung vor. Italiens Ministerpräsident Romano Prodi wies diese Kritik zurück. (APA/Reuters)

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