Sondergesandter Pekings in Pjöngjang

19. Oktober 2006, 15:18
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China warnt vor Ausweitung der Sanktionen gegen Nordkorea

Peking - Angesichts der Krise um das Atomprogramm Nordkoreas hat Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao einen Sondergesandten zu Gesprächen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Il nach Pjöngjang geschickt. Der frühere Außenminister Tang Jiaxuan sei am Donnerstag von Kim zu "sehr wichtigen" Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm empfangen worden, teilte das chinesische Außenministerium mit.

Entschärfung der Krise

Tang wollte sich offenbar um eine Entschärfung der Krise bemühen. Angaben zu dem Ergebnis des Treffens machte das Ministerium jedoch nicht. Nach dem Atomwaffentest Nordkoreas hatte der UNO-Sicherheitsrat am Samstag Strafmaßnahmen gegen das Regime in Pjöngjang verhängt. Gleichzeitig wurde Nordkorea aufgefordert, sein Atomprogramm einzustellen und zu den Sechs-Länder-Gesprächen über sein Atomprogramm zurückzukehren.

Schärfere Sanktionen

China hat unterdessen davor gewarnt, die wegen des Atomtests verhängten UNO-Sanktionen gegen Nordkorea auszuweiten. Die vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verabschiedete Nordkorea-Resolution sei ausgewogen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Donnerstag. "Alle Seiten müssen prüfen, wie die Resolution 1718 nun in einer ausgewogenen Weise umgesetzt werden kann und nicht Pläne ersinnen, wie die Sanktionen vorsätzlich ausgeweitet werden können. Sanktionen sind ein Signal, nicht das Ziel."

Rüstungsembargo

Nach Nordkoreas erstem Atomtest am 9. Oktober hat der Sicherheitsrat ein umfangreiches Rüstungsembargo erlassen und angeordnet, dass Im- und Exporte Nordkoreas auf Bestandteile für Massenvernichtungswaffen geprüft werden können. China gehört zu den wichtigsten Handelspartnern des isolierten Nordkorea.(APA/Reuters/dpa)

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