Deutschen Filmförderung neu

26. Oktober 2006, 18:46
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Konzept über jährlich 60 Millionen Euro extra beschlossen

München - Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Politik und Filmwirtschaft in Deutschland auf ein neues Modell zur Filmförderung geeinigt. Der Bund will dem notorisch unterfinanzierten deutschen Film in den kommenden drei Jahren mit je 60 Millionen Euro unterstützen, erklärte der deutsche Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) am Mittwoch zur Eröffnung der Münchner Medientage.

Damit könne der Anteil deutscher Produktionen und Koproduktionen deutlich steigen, lobte die Generalsekretärin von film20, der Interessengemeinschaft deutscher Film- und Fernsehproduzenten, Georgia Tornow. Während Eigenproduktionen etwa in Frankreich eine Quote von 37 Prozent erreichen, kommt der deutsche Film im eigenen Land nur auf 17 Prozent Marktanteil.

Kein "Stupid Money" mehr

Das zu ändern, will das Fördermodell Anreize setzen: Jeder, der einen Kinofilm in Deutschland drehe, bekomme auf Antrag zwischen 16 und 20 Prozent der Kosten erstattet, erklärte der in der Branche geschätzte Neumann. Davon profitierten auch kleine Filmprojekte. Mit dem Aus für die Medien- und Filmfonds Ende 2005 war für die Branche eine wichtige Geldquelle versiegt. Damals hatte die deutsche Regierung die Steuersparmodelle ersatzlos gestrichen. Dass die Millionenbeträge aus den Fonds mit Unterstützung der deutschen Steuerzahler meist in Hollywood-Produktionen wie "Herr der Ringe", "Terminator" oder "Chicago" flossen, hatte ihnen in den USA ohnehin die wenig schmeichelhafte Bezeichnung "Stupid German Money" (dummes deutsches Geld) eingebracht. (APA)

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