Fall Ceh vertagt

30. Oktober 2006, 16:40
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Bundesliga-Senat entscheidet erst im November über die Rechtmäßigkeit der Entlassung des Slowenen bei Austria

Wien - "Zulte Waregem braucht sich in Wien keine Sorgen zu machen." Dieser Satz war im Vorfeld des zur Gruppe F des UEFA-Cups zählenden Spiels gegen Austria Magna in einer belgischen Zeitung zu lesen gewesen. Die Worte stammen nicht von einem Belgier, sondern vom Ex-Austrianer Nastja Ceh mit belgischer Vergangenheit beim FC Brügge.

Der unter anderem für Vertragsstreitigkeiten zuständige Senat II der Bundesliga hat die Entscheidung in der Causa Ceh gegen FK Austria Magna vertagt. Da die Wiener im Streit um die Rechtmäßigkeit der Entlassung des slowenischen Teamspielers neue Unterlagen vorlegten und der Senat die Entscheidung des Arbeits- und Sozialgerichtes über einen von Ceh-Anwalt Willi Wetzl eingebrachten Antrag auf Einstweilige Verfügung abwarten will, tagt die erste Liga-Instanz erst Anfang November wieder.

Wetzl zeigte sich von der Verschiebung enttäuscht: "Wir haben natürlich auf eine Entscheidung gehofft." Die Zukunftsplanung seines Mandanten wäre dadurch massiv behindert.

Fortsetzung beim Arbeitsgericht

Der Fall des Ende August zunächst suspendierten und dann im September entlassenen Mittelfeldspielers wird wohl in jedem Fall vor dem Arbeitsgericht eine Verlängerung finden. "Das ist dann Sache unserer Anwälte. Auf Grund der Vertragssituation behalten wir uns vor, etwaige Schadensersatzansprüche geltend zu machen, weil wir für den Spieler etwa eine erhebliche Ablösesumme bezahlt haben", sagte Austrias Klubmanager Markus Kraetschmer.

Für Wetzl erfolgte die Entlassung völlig zu Unrecht. Es sei nur ein Entlassungsgrund konstruiert worden, um einen teuren Spieler loszuwerden. "Dazu kommt, dass die Austria formalrechtlich unrichtig vorgegangen ist. Bekommen wir vor der Bundesliga nicht Recht, gehen wir vors Arbeitsgericht", erklärte der Präsident des Eishockey-Ex-Meisters EHC Liwest Black Wings Linz, dessen Mandant "einige Angebote" vorliegen, der aber von Austria keine Freigabe hat. "Daher habe ich einen Antrag auf Einstweilige Verfügung eingereicht."

Trotz Krankenstands im Ausland?

Die Wege von Ceh und des Vereins haben sich wegen angeblicher Ungereimtheiten getrennt. Der Regisseur soll sich Ende August vor dem Liga-Heimspiel gegen SV Josko Ried (1:1) trotz Krankenstands im Ausland aufgehalten, eine medizinische Behandlung durch den Verein abgelehnt und seinen Arbeitgeber Austria eine vorzeitige Einberufung für das slowenische Nationalteam vorgetäuscht haben.

Ceh hatte schon im Juli laut Austria-Anwalt Wolfgang Rebernig um Vertragsauflösung ersucht. "Bis heute haben wir aber keine Anfrage von einem Verein erhalten", betont Kraetschmer. Der Vertrag zwischen dem 28-Jährigen und der Austria wäre noch bis 30. Juni 2008 gelaufen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nastja Ceh in Violett, das wird's sobald nicht mehr geben.

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