Militärprozesse gegen elf US-Soldaten wegen Morden im Irak

23. Oktober 2006, 13:03
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In eineigen Fällen wird Todesstrafe beantragt

Washington - Elf US-Soldaten müssen sich wegen Mordes im Irak vor einem Militärgericht verantworten. Zwei von ihnen droht im Fall eines Schuldspruchs die Todesstrafe, wie das US-Militär am Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Die Entscheidung für einen Militärprozess wurde von den Vorgesetzten der Soldaten getroffen. Sie befanden, dass die Beweise für die Eröffnung eines Prozesses ausreichten.

Kind und Eltern ermordet

Vier der Soldaten wird angelastet, im März in Mahmudija ein 14-jähriges Mädchen vergewaltigt und dann durch einen Schuss direkt ins Gesicht getötet zu haben. Der Anklage zufolge ermordeten die Amerikaner dann auch die Eltern und die sechsjährige Schwester ihres Opfers, dessen Leiche sie am Ende in Brand gesetzt haben sollen, um ihre Spuren zu verwischen.

Für den Unteroffizier Paul Cortez und den Obergefreiten Jesse Spielman will die Anklage wegen besonders erschwerender Umstände die Todesstrafe beantragen. Ein fünfter inzwischen aus dem Militärdienst ausgeschiedener Kamerad der vier Soldaten muss sich wegen Beteiligung an dem Verbrechen vor einem US-Bundesgericht verantworten. Er hat auf nicht schuldig plädiert.

Militärprozess

Vier weitere Soldaten sollen sich wegen eines Vorfalls im Mai in der Provinz Salaheddin einem Militärprozess stellen. Ihnen wird vorgeworfen, drei Gefangene frei gelassen zu haben, um sie dann hinterrücks zu erschießen - angeblich während eines Fluchtversuchs. In diesem Fall droht keinem der Angeklagten die Todesstrafe, sondern als Höchststrafe lebenslange Haft. Alle der wegen der Morde in Mahmudija und Salaheddin angeklagten Soldaten gehören der 101. Luftlandedivision an, die ihren Hauptstützpunkt in Fort Campbell (US-Staat Kentucky) hat.

Drei Marineinfanteristen vor Militärgericht

Vor einem Militärgericht müssen sich ferner drei Marineinfanteristen verantworten, die im April in Hamdania einen Zivilisten aus einem Haus gezerrt und erschossen haben sollen. Der Anklage zufolge gruben sie ein Loch am Straßenrand und legten einen Spaten daneben um vorzutäuschen, der Mann sei ein Aufständischer gewesen, der gerade eine Bombe begraben wollte. Auch in diesen drei Fällen soll den Angeklagten im Fall eines Schuldspruchs die Todesstrafe erspart bleiben, wie in Camp Pendleton (Kalifornien) mitgeteilt wurde.(APA/dpa)

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