Erste Preise für wissenschaftliche Kommunikation

27. Oktober 2006, 13:12
posten

Auszeichnungen des FWF in Wien verliehen

Wien - Die beiden Innsbrucker Biologen Stefan Mayr und Suzanne Kapelari sind mit ihrem Projekt "Flower Power - Wasserkraft in Pflanzen" Sieger des heuer erstmals vergebenen Wissenschaftskommunikations-Preises des Wissenschaftsfonds FWF. Die Auszeichnung, mit der herausragende Leistungen in der Kommunikation wissenschaftlicher Inhalte an Zielgruppen außerhalb der Scientific Community gewürdigt werden, wurden Mittwoch Abend in Wien verliehen. Insgesamt wurden sieben Preise mit einer Gesamtdotation von 100.000 Euro vergeben.

Erster Preis

Stefan Mayr vom Institut für Botanik der Universität Innsbruck und Suzanne Kapelari vom Botanischen Garten der Uni Innsbruck versuchen in ihrem Projekt, Kindern von zehn bis 14 Jahren ökologische Zusammenhänge an Hand des Wasserhaushalts von Pflanzen begreifbar zu machen und ihr Verständnis für die Umwelt zu stärken. Dazu wurde ein aus Film, Experimente-Box, etc. bestehendes Paket für den Einsatz im Schulunterricht entwickelt. Die Jury zeigte sich von der Art und Weise beeindruckt, "wie Begeisterung für ein unauffälliges, ja selbstverständliches Naturphänomen geweckt werden kann". Für den ersten Preis erhielten die beiden Wissenschafter 30.000 Euro.

Zweiter Preis

Der zweite, mit 20.000 Euro dotierte Preis ging an Christian Walzer vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien für sein Projekt im Zusammenhang mit seinen Forschungen über asiatische Wildesel und ihr Rückzugsgebiet in der Mongolei. In seinem Kommunikationskonzept will Walzer möglichst viele Menschen für seine Forschung über das nachhaltige Zusammenleben des Wildesels und der Hirten im zentralasiatischen Raum sensibilisieren. Dazu setzt er vor allem auf eine Kooperation mit Zoos.

Dritter Preis

Mit dem dritten Preis werden die restlichen fünf nominierten Projekte ausgezeichnet, sie erhalten jeweils 10.000 Euro. Dabei handelt es sich um: Markus Arndt (Uni Wien) für eine Film-Dokumentation über ein Experiment zur Quanteninterferometrie mit großen Molekülen; die Meeresbiologin Monika Bright (Uni Wien) für das Vermittlungsprogramm "extreme 4 kids" über die Tiefsee für Schulklassen; die Archäologin Brigitte Cech (Uni Wien) für das Projekt "Kinder forschen", bei dem Volks- und Hauptschüler an Ausgrabungen teilnehmen können; die Literaturwissenschafterin Christine Riccabona (Uni Innsbruck) für die "Literatur-Land-Karte für Tirol und Südtirol", die später auch vom Tourismus genutzt werden kann, und der Astronom Werner Weiss (Uni Wien) für das Projekt "MOST für alle", das einer breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit geben soll, mit einem High-Tech-Weltraumgerät eigene Beobachtungen durchzuführen.

Modalitäten

Die sieben Finalisten wurden aus insgesamt 45 Einreichungen von einer Jury unter dem Vorsitz von Manfred Jochum, Vorsitzender des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten, ausgewählt. Jeweils 20 Prozent des Preisgeldes erhalten die Preisträger als persönliche Belohnung, 80 Prozent sind für Aktivitäten im Bereich Wissenschaftskommunikation zweckgewidmet und sollen diese stimulieren.

Der FWF sehe es zunehmend als Teil seiner Aufgabe zu erklären, was Wissenschaft ist und was Wissenschafter machen, erklärte FWF-Präsident Christoph Kratky die Motivation des neuen Preises. Angesichts eines zunehmend größeren Anteils der volkswirtschaftlichen Ausgaben, die für Wissenschaft und Forschung aufgewendet werden, sei man dies der Gesellschaft schuldig. Deshalb soll die hoch dotierte Auszeichnung künftig jährlich verliehen werden. (APA)

Share if you care.