Diabetes: Neuer Ansatz für Therapie

27. Oktober 2006, 12:59
2 Postings

Behandlung schon vor Krankheitsausbruch

London - Fast jeder zehnte Europäer leidet an Diabetes, weitere 60 Millionen haben bereits eine Vorform - Prädiabetes: Zellen werden durch genetische Veranlagung, Übergewicht, Bewegungsmangel und/oder Bluthochdruck gegenüber dem körpereigenen Insulin resistent.

Dies führt dazu, dass der Zucker aus dem Blut in immer weniger Zellen eindringen und dort in Energie umgewandelt werden kann. Der Blutzuckerspiegel ist dadurch ständig erhöht und schädigt die Gefäße. Daneben verleitet der hohe Zuckerspiegel die insulinproduzierenden B-Zellen dazu, verstärkt Insulin zu produzieren, bis sie schließlich ganz erschöpft sind - der richtige Diabetes bricht aus.

Eine Sensibilisierung

Jeder zweite Prädiabetiker entwickelt in drei Jahren Diabetes. Mediziner versuchen daher, Prädiabetes zu bekämpfen. Eine in "The Lancet" publizierte Studie gibt nun Hoffnung: Forscher berieten 5000 Prädiabetiker hinsichtlich ihrer Lebensgewohnheiten und behandelten sie drei Jahre lang mit dem Wirkstoff Rosiglitazon - als "Avandia" bereits zur Therapie von Diabetes eingesetzt, macht er Zellen wieder sensibler gegenüber Insulin. Dabei stellten sie fest, dass der Wirkstoff das Risiko, dass sich aus Prädiabetes Diabetes bildet, um 62 Prozent verringert. Bei 51 Prozent der Teilnehmer kam es zur Normalisierung des Blutzuckers. Allerdings erhöhte der Wirkstoff das Risiko für Herzerkrankungen.

Andere Experten hingegen bezweifeln, dass sich die laufende Diabetes-Epidemie mit einer Pille bekämpfen lässt und verweisen auf Studien, wonach allein durch eine Umstellung der Lebensweise ähnlich gute Ergebnisse erzielt werden können. (grote, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.10.2006)

Share if you care.