UEFA beschloss Strukturreform und wählte ihre Vertreter

1. Juli 2000, 15:49

Mayer-Vorfelder und Geoff Thompson in UEFA-Exekutive

Luxemburg - Die UEFA hat am Samstag beim Kongress des europäischen Fußball-Verbandes (UEFA) in Luxemburg eine weit reichende Strukturreform beschlossen und die neue UEFA-Spitze gewählt. Demnächst wird der Verband mit elf Kommissionen zu je elf Mitgliedern und zudem 16 Ausschüsse neu gegliedert. Der Deutsche Gerhard Aigner wurde vom Generalsekretär zum Generaldirektor aufgewertet.

Bei der Wahl der Mitglieder der UEFA-Exekutivkommission wurde die Staffelübergabe von DFB-Präsident Egidius Braun an seinen Stellvertreter Gerhard Mayer-Vorfelder vollzogen. Die Vertreter aus 51 UEFA-Mitgliedsländern haben den 67-Jährigen Stuttgarter mit 40 Stimmen (und damit mit den zweitmeisten Stimmen) das Vertrauen erwiesen. Wenig später wurde Braun nach mehr als 20 Jahren Tätigkeit in der UEFA verabschiedet, nachdem er als Schatzmeister eine finanzielle Erfolgsstory präsentiert hatte.

Die UEFA ist unter der Führung des deutschen Unternehmers steinreich geworden. Braun berichtete, dass das UEFA-Vermögen seit seiner Übernahme der Amtsgeschäfte von 158 Millionen S (11,50 Mill. Euro) im Jahr 1988 auf 4,75 Mrd. S (345 Mill. Euro) am 31. Juli 1999 gestiegen sei. Die Bilanzsumme sei auf jährlich mehr als sieben Milliarden Schilling geklettert. Durch die Champions League, aber auch durch den großen Erfolg der EM in den Niederlanden und Belgien ist die UEFA zu einem der reichsten Sportverbände der Welt geworden.

Neben Mayer-Vorfelder wurden sechs weitere Personen in die insgesamt 14 Funktionäre umfassende UEFA-Exekutive gewählt: Marios Lekaritis aus Zypern (42 Stimmen), Mathieu Sprengers aus den Niederlanden (39), Per Ravn Omdal aus Norwegen (38), Claude Simonet aus Frankreich (31), Geoff Thompson aus England (29) und Joseph Mifsud aus Malta (26).

Überraschend scheiterte dagegen der Italiener Antonio Matarrese (25). Der frühere italienische Verbandspräsident erhielt eine Stimme zu wenig für die Wiederwahl. Die UEFA wertete dies als "Betriebsunfall". UEFA-Präsident Lennart Johansson machte klar, dass die großen Nationalverbände eigentlich im Führungsgremium vertreten sein müssten, um wichtige Entscheidungen mitzutragen. In diese Politik passt, dass durch Thompson England erstmals seit vier Jahren wieder vertreten ist.

Gewählt wurden auch UEFA-Vertreter für die UEFA-Exekutivkommission. Folgende vier Funktionäre setzten sich durch: Angel M. Villar aus Spanien (44 Stimmen), Michel D'Hooghe aus Belgien (41), Seres Erzik aus der Türkei (34) und Wjatscheslaw Koloskow aus Russland (28). (APA/dpa)

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