Wesley Snipes drohen wegen Steuerbetrugs bis zu 40 Jahre Haft

30. Oktober 2006, 13:29
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Anklage: Unberechtigt zwölf Millionen Dollar einkassiert

Miami - Dem als Actionheld bekannten Hollywood-Schauspieler Wesley Snipes drohen wegen Steuerbetrugs bis zu 40 Jahre Haft. Snipes habe mit zwei Mitangeklagten Steuern hinterzogen, ungerechtfertigte Rückzahlungen beim Finanzamt beantragt und Steuererklärungen versäumt, hieß es in einer am Dienstag in Tampa im US-Bundesstaat Florida vorgelegten Anklage gegen den Star.

Unter anderem habe der 44-Jährige in den neunziger Jahren auf betrügerische Weise Steuerrückzahlungen in Höhe von zwölf Millionen Dollar (rund zehn Millionen Euro) geltend gemacht. Gegen Snipes wurde Haftbefehl erlassen, sein Aufenthaltsort war jedoch zunächst unklar.

Acht Fälle von Steuerbetrug

Insgesamt listet die Anklage acht Fälle von Steuerbetrug auf, die jeweils mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden können. Außerdem soll der Schauspieler sechs Jahre lang keine Steuererklärungen abgegeben haben, worauf jeweils bis zu einem Jahr Haft steht. Snipes soll die Dienste einer Gesellschaft in Anspruch genommen haben, die auf Steuerbetrug spezialisiert gewesen sei. Die Geschäftsführer der Gesellschaft, Eddie Ray Kahn und Douglas Rosile, sind ebenfalls angeklagt. Rosile ist ein ehemaliger Steuerberater, der trotz entzogener Lizenz weiter in dem Beruf arbeitete.

Chefankläger Paul Perez betonte, Steuerbetrug sei kein Kavaliersdelikt. Wer das Finanzamt "durch Täuschung, Trickserei und Betrug" um rechtmäßige Einnahmen bringe, untergrabe die Arbeit der Regierung in wichtigen Bereichen wie "Verteidigung, Krieg gegen den Terror, Gesundheitsvorsorge und Bildung", kritisierte Perez.

Snipes spielte unter anderem in Filmen wie "Demolition Man", "Jungle Fever", der "Blade"-Trilogie und in "Weiße Jungs bringen's nicht". Seinen ersten großen Erfolg hatte Snipes in den achtziger Jahren mit einem Auftritt in Michael Jacksons Musikclip "Bad". Mit der Justiz hatte der Schauspieler bereits im vergangenen Jahr Ärger, als die Künstleragentur United Talent Agency (UTA) eine Zahlung von zwei Millionen Dollar wegen Vertragsbruchs von ihm forderte. (APA/AFP)

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