Microsoft und Co. sehen sich durch Open-Source-Förderung bedroht

25. Oktober 2006, 10:11
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Verband von Konzernen beklagt sich über EU-Unterstützung für freie Software - EU will nutzerfreundliches System schaffen

Wie heise.de durch ein Schreiben erfahren haben will, hat sich die Initiative for Software Choice (ISC) konsolidiert, um gegen eine vermehrte staatliche Förderung von Open-Source-Software vorzugehen. Im Sinne von Unternehmen wie Microsoft, dem Bundesverband der Digitalen Wirtschaft und EDS, richtet sich der Verfasser Hugo Lueders gegen die gezielte Unterstützung der freien Software, da diese das gesamte Software-Ökosystem zum erliegen bringen würde.

Stark genug

Lueders bezieht sich in seiner Befürchtung auf eine noch nicht veröffentlichte Studie der EU, wonach Ende 2005 bereits 40 Prozent aller europäischen Firmen auf Open-Sorce-Anwendungen setzen. Damit führe Europa in Sachen Nutzung und Entwicklung den Weltmarkt an. Die Studie empfiehlt weiters steuerliche Vergünstigungen für die Open-Source-Entwicklung einzurichten.

Profitabel

Für Lueders unverständlich sei diese Empfehlung, da bereits über die Hälfte aller Unternehmen, die freie Anwendungen produzieren, Gewinne verzeichnet. Ergo würde der Markt selbst die Unternehmen für ihre Tätigkeit entlohnen. Die ISC sieht in der Art, wie andere Geschäftsmodelle (wie jene der vertretenen Konzerne) im Bericht dargestellt werden, eine Ungerechtigkeit. Diese würden ausschließlich negativ abgebildet.

Monopol-Verfahren

Im Hinblick auf das EU-Microsoft-Verfahren spielt die Debatte um freie Software und offene Standards eine tragende Rolle. Die EU-Wettbewerbskommission und verschiedenste Verbände ersuchen den Redmonder Softwarekonzern um die Offenlegung der Schnittstelleninformationen im Betriebssystem Windows. Bislang macht Microsoft das nur in sehr eingeschränkter und für konkurrierende Unternehmen unbrauchbarer Weise.

Frei

Die EU betont in der Förderung von Lizenzen aus der freien Softwarewelt, wie der GNU General Public License, ein nutzerfreundliches System des geistigen Eigentumsschutzes in der Wissensgesellschaft schaffen zu wollen. Urheber-, Marken- oder Patentrechte dürften nicht den freien Zugang zu öffentlichen Gütern und öffentlichem Wissen behindern. (red)

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    epa/olivier hoslet
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