Microsoft: Liebeswerben um Open-Source-Gemeinde

27. November 2006, 12:07
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ODF-Konverter und offenes Virtualisierungsformat als Signale

Microsoft hat am Dienstag angekündigt, sein Virtualisierungsformat VHD (Virtual Hard Disk) als offene Spezifikation freizugeben. Damit kann diese von kommerziellen, aber auch von Open-Source-Herstellern zukünftig kostenlos in Lösungen implementiert werden. Weiters gewährte das Unternehmen auch neue Einblicke in das ODF-Konvertertool, das im neuen Office 2007 für die von der Open-Source-Community und diversen Regierungen geforderte Unterstützung des Open-Office-Formates sorgen soll. So wird dieses als integriertes Tool für Windows Office, aber auch als Stand-alone-Produkt für Serversysteme angeboten. Ein erhaltenes ODF-Dokument kann damit via E-Mail an das Tool geschickt werden, das nach wenigen Minuten eine konvertierte Version zurückschickt. Die finale Version 1.0 wird für Dezember dieses Jahres erwartet.

Transparenz und Einbindung der Open-Source-Gemeinde

Bei der Entwicklung des Tools hat Microsoft dabei auf Transparenz und die Einbindung der Open-Source-Gemeinde Wert gelegt. Mit dieser und anderen kürzlich getroffenen Entscheidungen will Microsoft der Öffentlichkeit und Politikern signalisieren, dass das Unternehmen zu einer sanften Öffnung bereit ist. Die Frage sei dabei nicht, ob man spät dran sei oder nicht, meinte Jason Matusow, Director of Standards Affairs bei Microsoft, im Gespräch mit pressetext. Vielmehr habe sich die Industrie in den vergangenen sechs, sieben Jahren entscheidend verändert. "Wir haben erst herausfinden müssen, wie dieser transparentere und offenere Zugang in unser Geschäftsmodell integriert werden kann, ohne es in Frage zu stellen", so Matusow.

"Open Specification Promise"

Teil der groß angelegten Strategie ist Microsofts "Open Specification Promise" (OSP), das vom Unternehmen im September dieses Jahres erstmals vorgestellt wurde. Das Versprechen garantiert Entwicklern, dass patentierte Microsoft-Technologien, die unter das OSP fallen, unwiderruflich kostenlos und ohne rechtliche Konsequenzen in Open-Standard-Lösungen implementiert werden können. In einem ersten Schritt gab Microsoft so insgesamt 35 Web-Service-Spezifikationen frei. Die Öffnung des Virtualisierungsformats VHD führt diesen Weg nun fort, was Microsoft als bedeutenden Beitrag zur Interoperabilität von Systemen und Applikationen wertet.

Wichtig

"Die Interoperabilität von Anwendungen und Systemen ist Kunden heute ebenso wichtig wie deren Sicherheit und Stabilität", unterstreicht Matusow. Im Vergleich zur physischen Welt gestalte sich das Zusammenführen von Lösungen in der Software-Welt viel einfacher. Man werde daher auch in Zukunft verstärkt als Brückenbauer auftreten, so Matusow, der positive Signale nicht zuletzt auch aus der Open-Source-Gemeinde ortet: "Die sehr positiven Reaktionen der letzten Monate rund um das OSP oder die Entwicklung des ODF-Tools haben gezeigt, dass unsere Bemühungen auch von der Open-Source-Welt Ernst genommen und geschätzt werden", so Matusow abschließend gegenüber pressetext. (pte)

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