Grünes Licht für neue Grenzübergänge nach Ungarn

25. Oktober 2006, 12:33
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Abkommen über sechs touristische Grenzübertrittstellen im Burgenland genehmigt

Eisenstadt - Die Bundesregierung hat heute, Mittwoch, das Abkommen über die Errichtung von sechs neuen, touristischen Grenzübergängen nach Ungarn genehmigt. Das teilte Außenministerin Ursula Plassnik (V) in einer Aussendung mit. Zu den geplanten Grenzübergängen im Burgenland gehört auch der Grenzübertrittspunkt Sankt Margarethen/Fertörákos, wo im August 1989 das Paneuropa-Picknick stattfand - damals ein Startsignal für den Fall des Eisernen Vorhangs, so Plassnik. Durch Abkommen werde die gemeinsame Grenze ein weiteres Stück geöffnet. Die neuen Grenzübertrittsstellen in Sankt Margarethen (Bezirk Eisenstadt-Umgebung), Schattendorf (Bezirk Mattersburg), Neckenmarkt (Bezirk Oberpullendorf), Deutsch Schützen (Bezirk Oberwart), Inzenhof (Bezirk Güssing) und Mogersdorf (Bezirk Jennersdorf) sollen im Interesse der Förderung des sanften Tourismus ausschließlich für Radfahrer, Fußgänger und Personen mit Pferden (Reiter und Kutschen, Anm.) geöffnet werden. Nach Vorliegen der Erfahrungswerte seien in der Folge noch weitere Grenzübertrittsstellen geplant.

Symbolcharakter

Das heute beschlossene Abkommen habe Symbolcharakter, so Plassnik: "Vor 50 Jahren sind hunderttausende ungarische Flüchtlinge vor den sowjetischen Panzern über die Grenze nach Österreich geflüchtet. 1989 wurde an der österreichisch-ungarischen Grenze die erste Bresche in den Eisernen Vorhang geschlagen." Mit dem Abkommen werde nunmehr die Möglichkeit geschaffen, die Grenze auf bestimmten Wander- und Radwegen - unter Mitführung eines gültigen Reisedokuments - überschreiten zu können. Nach Informationen aus Ungarn sei mit einer Ratifizierung des Abkommens durch das Nachbarland in den kommenden 14 Tagen zu rechnen, hieß es aus dem Büro von Landesrätin Michaela Resetar (V). Beim nächsten Treffen auf ministerieller Ebene solle dann die Unterzeichnung erfolgen. Nach dem Ablauf einer 30-tägigen Frist tritt das Abkommen in Kraft. Mit der Öffnung der Übergänge sei bis Jahresende zu rechnen.

Sicherheitskonzept

Bei der Grenzüberwachung soll ein Sicherheitskonzept zum Tragen kommen, das auch bereits in Niederösterreich und Kärnten angewendet wird. Die Einrichtung neuer Grenzübergänge im Jubiläumsjahr habe Symbolcharakter und sei ein Beweis für das Zusammenwachsen in diesem pannonischen Wirtschafts- und Tourismusraum, so Resetar. (APA)

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