Flucht aus der realen Welt

27. Oktober 2006, 12:59
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Pionier-Studie: Etwa ein Achtel der US-Bürger zeigt Anzeichen einer Internet-Abhängigkeit

San Francisco - Etwa ein Achtel der US-Bürger zeigt einer Pionier-Studie zufolge Anzeichen einer Internet-Abhängigkeit. Wie die am Dienstag von der Stanford-Universität in Kalifornien veröffentlichte Studie zeigt, flüchten die Abhängigen mit Hilfe des Internets täglich für mehrere Stunden aus der realen Welt. Dabei sei die Internet-Pornografie nur ein Teilaspekt, erklärt das Forscherteam unter der Leitung von Elias Aboujaoude.

Auch der Internet-Chat, die Blogs, Handel und Auktionen im Internet würden suchtmäßig genutzt. Für ihre Studie befragten die Forscher 2.513 erwachsene Surfer. Das Profil des typischen Internet-Süchtigen zeigt einen gut 30-jährigen Mann mit höherer Schulbildung.

Als typisches Anzeichen für eine "problematische" Nutzung des Internets wertet Aboujaoude, dass die Konsumenten ihr Verhalten vor Familie, Freunden und Kollegen zu verbergen versuchen. Dies ist bei acht Prozent der Befragten der Fall. Sogar 14 Prozent sagten, sie empfänden es als schwierig, mehrere Tage in Folge keinen Zugang zum Internet zu haben. Sechs Prozent sagten, ihre persönlichen Beziehungen litten darunter, dass sie zu viel Zeit im Net surften.

Das Problem werde von der Wissenschaft zusehends ernst genommen, sagte Aboujaoude. Es habe auch Auswirkungen auf die Arbeitswelt, weil die Internet-Abhängigen in erheblichem Umfang die Arbeitszeit fürs Surfen missbrauchten. Die Wissenschafter aus Stanford halten es für angezeigt, ähnlich wie bei anderem Suchtverhalten klinische Studien in Auftrag zu geben und raten den Betroffenen, ärztliche oder psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. (APA)

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