Peek & Cloppenburg kauft in Mariahilf ein

8. Jänner 2007, 16:48
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Harro Uwe Cloppenburg will um 68 Millionen Euro den Store in der Mariahilfer Straße kaufen

Einer der reichsten Deutschen, Harro Uwe Cloppenburg, der im Vorjahr österreichischer Staatsbürger wurde, ist endlich am Ziel: Er will um 68 Millionen Euro den Store in der Mariahilfer Straße kaufen. Auch Minderheitseigentümer Hans Schmid ist einverstanden.

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Wien – Die Verhandlungen finden hinter dicken Polstertüren statt, weil der Eigentümer der Modehandelskette Peek & Cloppenburg (P&C), Harro Uwe Cloppenburg, nichts mehr scheut wie Publizität. Cloppenburg, der im Vorjahr per Ministerratsbeschluss die österreichische Staatsbürgerschaft erhielt, wird den Standort in der Mariahilfer Straße (ehemaliges Kaufhaus Herzmansky) um kolportierte 68 Millionen Euro kaufen. Die Verträge sollen in den nächsten Wochen, jedenfalls noch vor Weihnachten, fertig sein.

Verhandlungen laufen

Die S-Immo AG, die diese Liegenschaft im Vorjahr von Palmers gekauft hat, wollte dazu keine Stellungnahme abgeben. Ex-GGK-Chef Hans Schmid, der 25 Prozent an der Gerngross Kaufhaus AG hält (zu der neben dem Herzmansky auch das Kaufhaus Steffl gehört), bestätigte gegenüber dem STANDARD laufende Verhandlungen. Er hat sich darauf geeinigt, nur gemeinsam mit der S-Immo zu verkaufen. Das Kaufhaus Steffl wurde aus der Gesellschaft abgespalten und ist nicht Teil der Verhandlungen mit Cloppenburg.

Der Mietvertrag für P&C in der Mariahilfer Straße (Bruttofläche: 21.000 Quadratmeter) wäre 2008 ausgelaufen. In den erst jüngst fertig gestellten Umbau hat Cloppenburg zwei Millionen Euro investiert.

P&C ist in Österreich mit sechs Standorten vertreten. Im Vorjahr erwarb Cloppenburg die letzte Top-Immobilie in der Wiener Innenstadt, den Komplex Kärntnerstraße Ecke Johannesgasse, wo noch bis Juni 2007 Finanzbeamte logieren. Dann kann mit dem Umbau begonnen werden. Sobald P&C auf der Kärntnerstraße eröffnet, ist Wien die einzige Stadt mit zwei P&C-Flagship-Stores.

Wien könnte Osteuropa-Zentrale werden

Die Bundesimmobiliengesellschaft ist derzeit dabei, die restlichen 40 Prozent, die sie noch an der Liegenschaft hält, an Cloppenburg zu übertragen. Für jene 60 Prozent, die er im Vorjahr erwarb, zahlte P&C kolportierte 62 Mio. Euro.

Kaum präsent ist Peek & Cloppenburg hingegen in Osteuropa, lediglich in Polen, Tschechien und Slowenien gibt es Filialen. Dem Vernehmen nach wird auch überlegt, Wien künftig zur Osteuropa-Zentrale des Konzerns zu machen. Die Sparkassen-Immo AG hat jüngst in Bukarest um 30 Mio. Euro das Viersternehotel Novotel (259 Zimmer) erworben. Betreiber ist die französische Accor-Gruppe. Das gaben die Vorstände Ernst Vejdovszky und Holger Schmidtmayr in Bukarest bekannt. Weitere 150 Mio. Euro werden in den Bau des größten rumänischen Shoppingcenters, Sun Plaza (76.000 Quadratmeter) im Süden der Stadt, investiert. Entwickler ist die französisch-rumänische EMCT.

Bukarest sei wegen der höheren Renditen und des großen Potenzials einer der begehrtesten Märkte im Osten. Bei einer Rendite von elf Prozent werde es rund neun Jahre dauern, bis man die Investition in das Sun Plaza eingespielt habe. In den nächsten Jahren will die S-Immo 500 Mio. Euro in Bukarest investieren. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.10.2006)

  • Der Mietvertrag für P&C in der Mariahilfer Straße wäre 2008 ausgelaufen.
    foto: standard/andy urban

    Der Mietvertrag für P&C in der Mariahilfer Straße wäre 2008 ausgelaufen.

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