Der Krieg der Konsolen findet online statt

22. März 2007, 11:07
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Der Preis und die Inhalte werden entscheiden - Vielleicht nicht auf festem Boden, aber online bestimmt

Am 19. November ist es soweit. Alle drei Konsolenhersteller werden dann ihre frisch gebürsteten Spielmaschinen ins Rennen geschickt haben. Auch wenn Microsoft mit der XBOX360 bereits ein Jahr Vorsprung hat, sind sich die Analysten einig, die Schlacht um den Next-Generation-Thron startet erst mit Sonys PS3 und Nintendos Wii.

Ausgangssituation

Sieht man auf die Absatzzahlen der betagten Playstation 2, so kommt man zu dem Schluss, dass Sony der klare Favorit auch für kommenden Kampf ist. Mit 60 Prozent Marktanteil (je 20 Prozent für Nintendo und Microsoft) steht nicht nur die schiere Masse hinter Sony, sondern auch das umfangreichste Angebot an Spielen. Für die neuen Konsolen werden unter anderen auch aufgrund dieser Aspekte die Karten nicht neu gemischt, dennoch kann es sich niemand leisten, sich auszuruhen.

Relationen

Die viel besagte Preisschlacht rund um die Endgeräte wird stattfinden aber vielleicht nicht entscheidend sein. Sonys und Microsofts Komplettversionen der Konsolen schenken sich unter genauerer Betrachtung zumindest aus ökonomischer Sicht nicht viel. Während die XBOX360 zwar rund 200 Dollar günstiger sein wird als die PS3, zieht Sonys Zugpferd inklusive Blu-ray-Laufwerk in die Wohnzimmer der Konsumenten ein. Allein dieses Feature macht den Unterschied wieder zunichte, bedenkt man die 200 zusätzlichen Dollar für das externe HD-DVD-Laufwerk der XBOX360. Unter diesem Gesichtspunkt hat Nintendo das attraktivste Angebot, auch wenn hier bei der Hardware deutliche Abstriche zu verzeichnen sind.

Alles Online

Immer wichtiger, wenn nicht fundamental im Wettlauf an die Spitze, wird das Online-Angebot der Hersteller, schreibt die New York Times. In ihrem Marketingauftritt setzt die neue XBOX stark auf die Konnektivität zwischen den Spielern. Egal ob Autorennspiele oder Ego-Shooter, gezockt muss auch übers Internet werden können, allein macht es schließlich nur halb soviel Spaß. Bei Microsoft ist die Möglichkeit der gemeinschaftlichen virtuellen Auseinandersetzung kostenpflichtig, Sony will diese Funktion gratis zur Verfügung stellen. Nintendo verspricht ebenfalls ein Online-Aufgebot, auch wenn man sich in seiner generellen Positionierung mehr auf die grundlegenden Freuden des Videospielens konzentriert und dies in vier Wänden.

Herausforderung

Für die beiden "Großen" stellt das Internet eine noch größere Herausforderung dar. Wenn der Erstanschaffungspreis, für ein rund fünf Jahre aktuell bleibendes Produkt, nicht entscheidet, so ist es vielmehr das Rundherum, welches ausschlaggebend ist. Sony verspricht nicht bloß kostenloses Spielen im Netz, sondern auch gesamte Titel und Filme über das Internet beziehen zu können, obgleich in diesem Fall eine Gebühr zu verrechnen ist. Microsoft entgegnet indessen gegenüber der New York Times, innerhalb des ersten Jahres 60 Prozent der rund fünf Millionen XBOX360-User für das Online-Angebot gewonnen zu haben. Dennoch, die Mehrheit verzichtet laut eigenen Angaben auf das kostenpflichtige Angebot. Sony hält auch hier das Zepter fest in der Hand. Allein dank der PS2 kann man drei Millionen Online-Spieler verzeichnen.

Perfekt

Klar ist allerdings auch, das Sony einiges wird nachlegen müssen, um dem kompletten Angebot Microsofts Paroli bieten zu können. Ein halbherzig konzipiertes Produkt würde am Konsolenmarkt weniger toleriert werden, als in der PC-Welt. Für den Spieler bringt es einen deutlichen Vorteil, mit der Konsole online gehen zu können. Stimmt die Basis, werden kostenpflichtige Inhalte und Premium-Abonnements für den Konsumenten ebenfalls attraktiv. Und in Sachen Online wird der Preis entscheiden, definitiv. (zw)

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