Wie wir lernen sollen, die Bürgerkarte zu lieben

25. Oktober 2006, 10:24
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Bei den allermeisten E-Cards, die als Krankenscheinersatz dienen, "schlummert" die Signaturfunktion - Das soll sich nun ändern.

Bei gerade einmal 8500 der insgesamt 8,2 Millionen Stück E-Cards, die an die Österreicher jeder Altersstufe verteilt wurden, wurde auf Wunsch der Besitzer auch die Signaturfunktion aktiviert. Damit können sie in der Welt des E-Government Dienste in Anspruch nehmen: Also Amtswege von zu Hause erledigen, Dokumente verschlüsseln oder elektronische Zustelldienste nutzen.

Sicherheitsbedenken

Der Grund, warum die digitale Signatur nicht so recht angenommen wird, ist neben Sicherheitsbedenken darin zu suchen, dass der Bürger halt nicht so oft einen Amtsweg zu erledigen hat, sodass sich eine solche Karte auch "auszahlt". Darunter hat auch Signatur-Anbieter A-Trust zu leiden, ein Konsortium, hinter dem Banken und Wirtschaftskammer stehen und aus dem Telekom Austria ausgeschieden ist. A-Trust hat rund 100.000 Karten am Markt, vor allem bei Studenten, Firmen und Behörden. A-Trust-Geschäftsführer Michael Butz verweist darauf, dass auf der Maestro-("Bankomat")-Karte eine A-Trust-Signatur schlummert. "Ich bin froh, dass sich der Markt damit bewegt", kommentiert Butz die E-Card-Konkurrenz.

Mehr Signatur

Eine höhere Zustimmung zur Signaturfunktion will man nun beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger als Ausstellerin der E-Card auf zweierlei Wegen erreichen: Erstens sollen Angebote rund um die Sozialversicherung mittels Signatur genutzt werden können, zweitens soll E-Government aus der Bundeshauptstadt raus in kleinere Städte getragen werden. In einer Kooperation mit Microsoft Österreich werden in vorerst acht mittelgroßen Städten lokale Behördendienste E-Government-tauglich gemacht, also etwa Services rund um Kindergartenanmeldung oder Müllabfuhr. Bis Ende dieses Jahrzehnts sollen damit vier Millionen. Österreicher erreicht werden, sagt Erich Pramböck, Städtebund-Generalsekretär. Gesetzlich geregelt ist die E-Card-Signatur aber nur bis Ende 2007.

Durchgängiges E-Government

Damit nicht, wie oftmals kritisiert, das Rad zehnmal erfunden wird und jede Stadt, jede Gemeinde ihre eigenen Lösungen schneidert, ist der Städtebund dabei, Komponenten für ein durchgängiges E-Government zu entwickeln. Vonseiten der Sozialversicherungen werden laufend so genannte personalisierte Informationsdienste bereitgestellt, für deren Zugang eine Signatur notwendig ist. Also etwa einen persönlichen Sozialversicherungsdatenauszug mit den Zeiträumen, in denen man versichert war. Versicherte der SVA (Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft) können ihre Beitragsvorschreibungen seit dem 1. Quartal 2002 einsehen; weitere Sozialversicherungsträger bereiten ähnliche Angebote vor. Ab 1. Jänner 2007 soll es möglich sein, das Pensionskonto abzufragen.(ruz/DER STANDARD, Printausgabe vom 18.10.2006)

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