Mitgliederbefragung endet mit schwacher Beteiligung

27. Oktober 2006, 11:19
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Nur "einige Zigtausend" Fragebögen eingelangt - Präsentation der Ergebnisse voraussichtlich am 27. Oktober

Wien - Die Beteiligung bei der ÖGB-Mitgliederbefragung, die am Mittwoch zu Ende geht, soll weit unter den Erwartungen liegen. Lediglich "einige Zigtausend" hätten den Fragebogen zurückgeschickt, heißt es aus inoffiziellen Kreisen. Gewerkschaftspräsident Rudolf Hundstorfer (S) hatte sich zu Beginn der Umfrage eine Beteiligung von 20 Prozent aller Gewerkschaftsmitglieder erhofft - das wären etwa 250.000 Personen. Mehrere Tageszeitungen sprechen von lediglich 60.000.

Präsentiert wird das Ergebnis voraussichtlich am 27. Oktober, heißt es dazu in der ÖGB-Pressestelle, ab dann wisse man auch konkrete Zahlen über die Beteiligung. Lediglich Eines lasse sich schon jetzt sagen: "Ein Großteil der TeilnehmerInnen hat die offene Frage 'Was liegt Ihnen im Zusammenhang mit der Gewerkschaftsreform besonders am Herzen?' ausführlich beantwortet", heißt es zusätzlich in einer Aussendung.

Abgefragt

Abgefragt wurden neben allgemeiner Zufriedenheit mit der Gewerkschaft auch die Wichtigkeit von Überparteilichkeit, von Frauen und jungen Menschen in Führungspositionen sowie der "Abschaffung bezahlter Mehrfachfunktionen von Spitzenfunktionären". "Mehr Transparenz, durchschaubare Strukturen" lautete ein weiterer Punkt, bewertet werden konnte von "sehr wichtig" bis "gar nicht wichtig". Auch zur Grundstoßrichtung konnte man seine Meinung äußern. "Wie soll die Gewerkschaft die Interessen der Arbeitnehmer gegenüber der Regierung und der Arbeitgeberseite in Zukunft vertreten?", lautete etwa eine Frage. Die Antwortmöglichkeiten: "Eher zurückhaltend und kompromissbereit" oder "eher kämpferisch".

Ausgespart blieb die ÖGB-intern umstrittene Strukturreform - also die Frage, ob künftig die ÖGB-Zentrale oder die Teilgewerkschaften gestärkt werden sollen. Auch, ob der ÖGB-Präsident von den Mitgliedern direkt gewählt werden soll, war kein Thema. Seitens der VP-Gewerkschafter war daher immer wieder Kritik an den "No-Na-Fragen" zu hören.

Die Mitgliederbefragung erstreckte sich vom 4. September bis einschließlich 18. Oktober 2006. Auch Nichtmitglieder konnten sich beteiligen. Alle Fragebögen, die noch mit Poststempel von Mittwoch in den kommenden Tagen einlangen, werden berücksichtigt. Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung sollen "eine wichtige Grundlage für den Reformprozess" sein und auch Thema bei den kommenden Regionalkonferenzen sein. (APA)

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