Yahoo mit Gewinnrückgang im dritten Quartal

25. Oktober 2006, 15:09
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Der Gewinn des Online-Unternehmens Yahoo ist im dritten Quartal um 38 Prozent zurückgegange

San Francisco - Der Gewinn des Online-Unternehmens Yahoo ist im dritten Quartal um 38 Prozent zurückgegangen. Der Nettogewinn lag in diesem Zeitraum bei 158,5 Millionen Dollar (126,5 Millionen Euro) oder 11 Cent pro Aktie, wie das Unternehmen am Dienstag in San Francisco mitteilte. Im selben Zeitraum des Vorjahres betrug der Gewinn 253,8 Millionen Dollar oder 17 Cent pro Aktie. Wegen neuer Buchungsregeln waren die beiden Quartale aber nicht direkt vergleichbar.

Die Zahlen entsprachen den Erwartungen der Analysten. Yahoo-Chef Terry Semel erklärte jedoch, er sei nicht zufrieden mit dem derzeitigen finanziellen Auftritt des Unternehmens und wolle ihn verbessern. "Wir schöpfen unsere beträchtlichen Stärken nicht gut genug aus", sagte er.

Yahoo setzt auf neues Web-Suchsystem

Yahoo machen rückläufige Werbe-Einnahmen und hohe Kosten für Aktienoptionsprogramme zu schaffen. Zudem blickt das Management etwas pessimistischer ins laufende Vierteljahr. Ab nächstem Jahr will das Unternehmen mit einem neuen Web-Suchsystem punkten und so dem erbitterten Rivalen Google die Stirn bieten. An den Märkten wurde dies positiv aufgenommen. Im außerbörslichen Handel kletterte die Yahoo-Aktie um fast drei Prozent.

Konzernchef Terry Semel zeigte sich bei der Präsentation des Ergebnisses am Dienstagabend enttäuscht. "Ich bin mit der derzeitigen Leistung nicht zufrieden, aber wir werden dies ändern", kündigte er an. Das Management erklärte, der Gewinnrückgang sowie die heruntergeschraubte Umsatzprognose für das laufende Quartal spiegelten auch den Wandel im Internet-Werbegeschäft wider: Die Werbebranche setze zunehmend auf so genannte "soziale Netzwerke" im Internet, wie MySpace, Facebook und YouTube, mit denen immer jüngere Kunden geworben werden könnten.

YouTube ging an Google

Das boomende interaktive Videoportal YouTube war kürzlich für 1,65 Mrd. Dollar von Google übernommen worden. Dies erhöhte den Druck auf Yahoo, ebenfalls das Geschäft mit Community-Plattformen auszubauen. Gespräche über den Kauf der populären Kontaktbörse Facebook scheiterten allerdings bisher am Preis: Medienberichten zufolge soll sich dieser um eine Milliarde Dollar bewegen. Branchenexperten raten Yahoo dennoch, schnell zuzuschlagen, da die Kaufpreise für interaktive Internet-Seiten der jüngeren Generation schnell weiter anziehen könnten.

Semel kündigte für den Beginn des kommenden Jahres die an den Märkten lang erwartete neue Werbeplattform an, mit der Yahoo gegenüber dem Angebot von Google an Boden gewinnen will. Finanzchefin Sue Decker räumte jedoch ein, dass das modernisierte Such- und Werbesystem sich wohl erst im zweiten Quartal des kommenden Jahres positiv auf die Konzernergebnisse auswirken werde.

Aktienoptionsprogramm

Besonders negativ zu Buche schlug im dritten Quartal auch das Aktienoptionsprogramm für die Mitarbeiter. Ohne die Kosten hierfür von 80 Mio. Dollar wäre Yahoo zufolge ein Gewinnplus von fünf Prozent erzielt worden. Analysten hatten einschließlich dessen im Schnitt mit 156,5 Mio. Dollar Gewinn gerechnet. Der Umsatz kletterte um 19 Prozent auf 1,58 Milliarden Dollar.

"Yahoo hat deutlich Boden verloren", sagte Safa Rashtchy von Piper Jaffray. "Die Schwäche im Anzeigengeschäft wird sich bis ins vierte Quartal hineinziehen und es gibt keinen Grund zu glauben, dass der Gegenwind bald nachlässt." Yahoo sagte für das vierte Quartal einen Umsatz von 1,15 bis 1,27 Mrd. Dollar voraus. Dies war weniger als an der Wall Street erwartet: Analysten waren bisher von 1,2 bis 1,39 Mrd. Dollar ausgegangen.

Bereits im September hatte Yahoo seine Geschäftserwartungen für das dritte Vierteljahr heruntergeschraubt und damit die Aktienmärkte schockiert. Als Grund nannte der Konzern Schwächen bei der Werbung für Autos und Finanzdienstleistungen. (APA)

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