Intel überzeugt trotz Gewinneinbruchs mit positivem Ausblick 2006

25. Oktober 2006, 15:09
posten

Prognose für 4. Quartal zwischen 9,1 und 9,7 Mrd. Dollar - Einsparungen von 5 Mrd. Dollar durch Personalabbau

San Francisco - Der weltgrößte Hersteller von Mikroprozessoren, Intel, hat ungeachtet eines Gewinnrückgangs im Quartal einen positiven Blick auf die kommenden Monate geworfen. Der Preiskampf mit dem Rivalen AMD entspanne sich, sagte Finanzchef Andy Bryant. Seiner Ansicht nach rang Intel dem Konkurrenten Marktanteile ab. Dazu lieferte er einen Ausblick auf das vierte Quartal, der Analysten zufrieden stellte. Die Aktie legte am Dienstagabend im nachbörslichen Handel in New York zwischenzeitlich zwei Prozent zu, obwohl der Nettogewinn im dritten Quartal um mehr als ein Drittel eingebrochen war.

Der Gewinn fiel den Angaben zufolge auf 1,3 Mrd. Dollar (1,04 Mrd. Euro) nach zwei Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Das lag indes über den Erwartungen von Analysten: Sonderfaktoren nicht mitgerechnet lag der Gewinn bei 27 Cent je Aktie gegenüber den von Analysten prognostizierten 17 Cent je Aktie. "Es sieht so aus, als hätte Intel bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertroffen, was eine angenehme Überraschung ist", sagte Analyst Steve Neimeth von AIG Sunamerica Asset Management.

Auch beim Umsatz hatten Analysten mit unangenehmeren Zahlen gerechnet. Der Umsatz lag bei 8,7 Mrd. Dollar, das ist ein Minus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Analysten erwarteten 8,6 Mrd. Dollar. Bryant wies auf die positive Entwicklung bei Halbleitern für Server hin. Der Geschäftszweig sei ein "bedeutender Lichtblick", sagte er.

Marktanteile verloren

Intel hatte zuletzt Marktanteile an den Rivalen AMD verloren. Das Unternehmen aus Santa Clara in Kalifornien setzt daher auf neue Produkte kombiniert mit starken Rabatten bei älteren Chips. Im November soll ein Chip mit vier Rechenkernen mit dem Namen "Core 2 Quad Extreme" auf den Markt kommen, was die Leistungsfähigkeit weiter erhöhen würde.

Für das laufende, vierte Quartal rechnet der Konzern mit einen Umsatz zwischen 9,1 Mrd. und 9,7 Mrd. Dollar. Bryant sagte, er rechne damit, dass der Preisverfall bei den Chips ein Ende haben werde. Analysten erwarten im Durchschnitt einen Umsatz von 9,43 Mrd. Dollar. Die Ziele würden mit gewisser Erleichterung getroffen werden, sagte Cody Acree von Stifel Nicolaus - die Leitlinien sei nicht so außergewöhnlich gewesen.

Zur Entspannung beitragen dürfte der in den vergangenen Monaten bekannt gegebene Verkauf von zwei kriselnden Sparten sowie der Abbau jeder zehnten Stelle und damit etwa 10.000 Arbeitsplätzen. Intel-Chef Paul Otellini sagte, die Maßnahmen würden im kommenden Jahr zu Einsparungen von 2 Mrd. Dollar und im Jahr darauf zu 3 Mrd. Dollar führen.

Zum Deutschland-Geschäft äußerte sich der zuständige Chef Hannes Schwaderer zufrieden. Sein Haus sei nach den Rekorden des vergangenen Jahres nun wieder in einem normalen Modus, sagte er. In Europa und vor allem in Deutschland kämen die neuen Prozessoren mit zwei Rechenkernen sehr gut an. "Wir leben ja in einem technologieaffinen Land. Die Dual-Core-Technologie ist in Deutschland besonders schnell aufgenommen worden. Vor allem bei Notebooks ging das schneller als irgendwo anders in der Welt. Auch bei Serverprozessoren ist die Nachfrage sehr gut."

Zugleich wies Schwaderer Klagen von Computerherstellern zurück, Intel habe Schwierigkeiten, seine Kunden mit ausreichend vielen Prozessoren zu versorgen. "Wir haben im Moment keine Lieferengpässe. Wir haben die Flexibilität, wir können alles bedienen." (APA/Reuters)

Share if you care.