Charles Aznavour spielt in Kuba zwölf Chansons ein

18. Oktober 2006, 11:41
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82-Jähriger musiziert gemeinsam mit Jesus "Chucho" Valdes - Platte erscheint voraussichtlich im Februar

Havanna - Der Chansonnier Charles Aznavour hat in Kuba ein Album mit zwölf Chansons eingespielt. Die Platte werde voraussichtlich im Februar herauskommen, kündigte der 82-Jährige am Dienstag (Ortszeit) nach einem zehntägigen Aufenthalt in Havanna an, bei dem er mit dem legendären kubanischen Pianisten Jesus "Chucho" Valdes zusammengearbeitet hatte.

"Sehr harte Chansons"

Aznavour sprach von "sehr harten Chansons", in denen es unter anderem um das soziale Elend in den französischen Trabantenstädten, um die verlogene Politikersprache und um den Umweltschutz gehe. "Das Chanson ist eine gefährliche Waffe", sagte Aznavour. Im Gegensatz zu Aussprüchen von Politikern, die von einem Tag zum nächsten überlebt seien, bleibe die Sprache des Chansons erhalten und "durchdringt die Mauern".

"Wir waren Heimatlose"

Aznavour ist armenischer Abstammung. "Ich bin in Frankreich geboren, aber wir waren keine Einwanderer, wir waren Heimatlose", sagte der Sänger. Er habe "volles Verständnis" für die Sorgen heutiger Einwandererkinder. Die kubanische Musik sei gut geeignet, um sie mit Texten über solche Fragen zu verbinden und damit "das Publikum zu bewegen". Für ihn gehe es nicht darum, Platten zu verkaufen, sondern "Ideen durchzusetzen". (APA/AFP)

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