Folteropfer brauchen mehr Hilfe

1. Juli 2000, 10:42

Staat drückt sich

Wien - Bis zu 30 Prozent aller Flüchtlinge sind Folterüberlebende. Diese UNO-Angabe gilt auch für Menschen, die in Österreich Hilfe suchen - aber nur selten erhalten, weil sich der Staat bei der medizinischen Betreuung von Asylwerbern, die nicht in Bundesbetreuung sind (und das sind rund zwei Drittel), aus der Verantwortung stiehlt. Diese übernehmen eine Handvoll Privatvereine, darunter der Wiener Verein "Hemayat" (persisch für Schutz). "Dass die, die am schlimmsten dran sind, von den Behörden einfach allein gelassen werden, ist unerträglich", sagte am Freitag als prominenter Hemayat-Aktivist der Kabarettist Josef Hader bei einer Pressekonferenz in Wien.

Posttraumatische Belastungsstörungen, eine der häufigsten Folgen von Folter, können ohne ärztliche, therapeutische und psychologische niemals überwunden werden. "Hemayat" fordert von Ländern und Ministerien eine medizinische Basisversorgung für alle Flüchtlinge in Österreich sowie einen Schubhaft-Stopp für traumatisierte Folteropfer. (simo)

Spenden: Raiffeisen Bank Wien KtoNr: 6.718.282, BLZ: 32000, Kennwort: Hemayat.

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