Paris: Gedenken an Massaker von 1961

24. Oktober 2006, 13:04
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Berichte über Opferzahlen der Polizeiübergriffe gegen Algerier schwanken zwischen drei und 200

Paris - Mit einer Gedenkfeier hat am Dienstag die Stadt Paris an das Blutbad vom 17. Oktober 1961 in der französischen Hauptstadt erinnert. Damals waren bei einer friedlichen Kundgebung von Algeriern möglicherweise hunderte Demonstranten von der Polizei getötet worden. Offiziell wurden bei dem lange totgeschwiegenen Massaker nur drei tote und 55 verletzte Algerier gezählt, doch wurden unzählige Leichen später aus der Seine geborgen. Linke französische Senatoren bezifferten die Opferzahl auf mindestens 200 Tote.

"Ein Verbrechen wurde begangen ,und diese blutige Unterdrückung war extrem grausam", sagte der Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoe bei der Gedenkkundgebung. "Man muss der Geschichte ins Auge sehen." Die KP-Fraktion im Senat schlug vor, das "von der französischen Polizei auf Befehl von Vorgesetzten begangene Massaker an hunderten Algeriern" bei der Demonstration gesetzlich anzuerkennen und eine Gedenkstätte zu schaffen.

Anlass der Kundgebung vor 45 Jahren war ein Ausgehverbot für Algerier gewesen, das der - später wegen Kollaboration mit den Nazis zu zehn Jahren Haft verurteilte - Pariser Polizeipräfekt Maurice Papon verhängt hatte. (APA/dpa)

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    Paris, 17. Oktober 1961: Polizeibeamte bewachen verhaftete Demonstranten

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