Angeblich Mordanschlag auf Präsident Morales geplant

31. Oktober 2006, 10:33
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Polizei warnte Staatsoberhaupt vor Komplott wegen seiner Verstaatlichungspolitik

Paris - Boliviens Präsident Evo Morales fürchtet einen Mordanschlag. Der Chef der Polizei habe ihm am Donnerstag mitgeteilt, dass 20 ehemalige Soldaten aus Santa Cruz in die Hauptstadt La Paz gekommen seien, um ihn zu töten, sagte der südamerikanische Staatschef der französischen Zeitung "Le Monde": "Ich musste eine kugelsichere Weste anziehen."

Hinter dem befürchteten Anschlag stecke eine "schreckliche Verschwörung", für die Mitglieder des Oberkommandos der Armee gewonnen werden sollten. Morales verwies darauf, dass der Präfekt von Santa Cruz, Ruben Costas, in Kasernen gesehen worden sei. Der Unternehmer ist erklärter Gegner der von Morales eingeleiteten Verstaatlichungspolitik.

Venezuelas Staatschef Hugo Chavez hatte am Donnerstag versichert, er habe ernste Hinweise, dass ein Staatsstreich gegen Morales geplant sei. Morales warnte in "Le Monde", die Umgestaltung des Landes werde auch ohne ihn fortgesetzt werden. Der Kokabauer war im Jänner als erster Indio - er gehört dem indigenen Volk der Aymara an - zum Präsident von Bolivien gewählt worden. Schon im Mai hatte der Sozialist die Verstaatlichung der Öl- und Gasindustrie seines Landes angeordnet; am Wochenende kündigte er auch die Verstaatlichung aller Minen für Bodenschätze wie Zinn, Silber und Gold an. (APA)

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