Lomu vor Wechsel in Rugby League

26. Oktober 2006, 16:29
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Erster Superstar der Profi-Ära hat keine Chance mehr auf WM-Teilnahme mit All Blacks - Verhandlungen mit australischem Verein

Wien - Jonah Lomu, eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Rugby, könnte den Code wechseln und in Zukunft Rugby League ("13er Rugby" im Gegensatz zum "15er Rugby Union) spielen. Nach Medienberichten steht der Neuseeländer vor einer Unterschrift bei den Gold Coast Titans, einer Mannschaft in Australiens National Rugby League. Der Klub unterbreitete Lomu ein Vertragsangebot für ein Jahr. "Das ist ein sehr professionelles Team, aber wir haben noch keine Entscheidung getroffen", sagte Lomu in einer Stellungnahme. Titans-Geschäftsführer Searle bescheinigte seinerseits dem Spieler in exzellenem körperlichen Zustand zu sein.

Der 31-jährige Lomu sieht keine Chance mehr, noch den Sprung in den Kander des neuseeländischen Nationalteams, der All Blacks, für die kommendes Jahr in Frankreich stattfindende WM schaffen zu können. Dies könnte der Hintergrund seiner Überlegungen sein. Lomu nahestehende Kreise meinten, der Code Switch habe nichts mit Geld zu tun, sondern sei als rein sportlicher Schritt zu verstehen. Zuletzt war Lomu für seine Heimatprovinz North Harbour in der nationalen neuseeländischen Liga aktiv, aber ein Team der Super 14 wollte ihn nicht mehr haben. Dies gilt allerdings als Voraussetzung für eine Berufung ins Nationalteam.

Lomu war der jüngste Spieler der jemals das berühmte Jersey der All Blacks getragen hat, 1994 gab er als 19-Jähriger sein Test-Debüt. Schnell entwickelte sich der knapp zwei Meter große Flügel zum aufregendsten (für die Gegner zum furchterregendsten) Spieler im Rugby. Nur ein Jahr später war er die herausragende Figur bei der WM in Südafrika, mit vier Tries eliminierte er England im Halbfinale England quasi im Alleingang. Lomu galt nun als erster Superstar der Profi-Ära des Rugby.

Auf dem Feld kaum zu stoppen, begannen gesundheitliche Probleme Lomus Karriere ernsthaft zu gefährden. Ein seltenes Nierenleiden verhinderte sein Antreten bei der WM 2003 und machte später sogar Transplantation nötig. Gegen den Rat von Medizinern versuchte er zwei Jahre später ein Comeback, in der Hoffnung seine Karriere bei einer Weltmeisterschaft beenden zu können. Weitere Verletzungen forderten jedoch ihren Tribut und Lomu konnte nie wieder an seine alte Form herankommen. (rob)

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    In seiner besten Zeit pflegte Jonah Lomu Gegenspieler wie lästige Fliegen abzuschütteln.

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