Genomik in der Medizin

22. Jänner 2007, 16:38
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Entwicklungen in der Krebstherapie vorgestellt - die neuesten Medikamente nehmen Tumorzellen die Fähigkeit zum Wachstum

Wien - Ganz gezielt in das Wachstum von Tumoren greifen die neuesten Krebs-Medikamente ein. Bei der in Wien stattfindenden internationalen Konferenz mit dem Thema "Genomik in der Medizin" berichteten Wissenschafter über die neuesten Entwicklungen auf diesem Gebiet.

Epidermal Growth Factor-Rezeptoren

Schon länger bekannt ist, dass viele Krebszellen für ihr Wachstum ein Signal über die Epidermal Growth Factor-Rezeptoren (EGFR-1 bis EGFR-4) benötigen. Bei Studien zeigte sich, dass etwa bei einem Viertel der Frauen mit Brustkrebs die Tumorzellen bis zu 1.000 Mal mehr dieser Rezeptoren aufweisen. Der Wachstumsfaktor (EGF) wirkt besser, der Tumor entwickelt sich schneller.

Neue Therapeutika

Im Wesentlichen gibt es derzeit zwei Klassen neuartiger Therapeutika, welche die Vermehrung und das Wachstum vom Tumorzellen über EGFR-Targeting verhindern. Bei der einen Methode wird die Signalweiterleitung innerhalb der Zelle unterbunden und dadurch das Zellwachstum verhindert.

Monoklonare Antikörper

Eine weitere Möglichkeit besteht im Einsatz so genannter monoklonaler Antikörper. Dabei wird direkt die Aktivierung des Rezeptors unterbunden, indem Moleküle erzeugt werden, die den EGFR blockieren. Die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der therapeutischen monoklonalen Antikörper ist der Einsatz so genannter "humanized" Antikörper. Erzeugt werden diese von gentechnisch veränderten Mäusen, welche menschliche Immunglobulin-Gene in sich tragen.

Erfolgreiche klinische Studien

Bis heute gibt es schon erfolgreiche klinische Studien mit "humanized" Antikörpern, bis jetzt wurden sie meist in Kombination mit herkömmlichen Chemotherapeutika oder Strahlentherapien eingesetzt. Unklar ist allerdings noch, welche Patienten auf die Behandlung mit den in den Mäusen produzierten Antikörpern ansprechen.(APA)

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Internationaler Kongress Genomik in der Medizin

  • Krebszelle - Die elektronenmikroskopische Aufnahme, gemacht am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) zeigt den ersten Schritt zur Metastasenbildung
    foto: krebsforschungszentrum heidelberg

    Krebszelle - Die elektronenmikroskopische Aufnahme, gemacht am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) zeigt den ersten Schritt zur Metastasenbildung

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