Deutsche Verlage wollen ins Handy-TV-Geschäft einsteigen

25. Oktober 2006, 11:45
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Burda und Holtzbrinck beteiligen sich an Neva Media

Der Medienkonzern Hubert Burda Media und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck wollen gemeinsam ins Geschäft mit Handy-TV einsteigen. Mit jeweils 33,3 Prozent beteiligen sich die Unternehmen an der Neva Media GmbH. Das restliche Drittel der Anteile halten als weitere Gesellschafter die Gründer Bernd Curanz und Paulus Neef, der auch Gründer des Internet-Dienstleisters Pixelpark ist, sowie die frühere 9Live-Chefin Christiane zu Salm und der Düsseldorfer Anwalt Horst Piepenburg. Dies teilten die Unternehmen am Dienstag in München mit. In der neuen Gesellschafterstruktur solle das Unternehmen unter dem Namen "Mobile 3.0" sein Plattformgeschäft betreiben, hieß es.

"Neutraler Provider"

Über die finanziellen Details der Beteiligung sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte ein Burda-Sprecher. Mit den ersten Lizenzierungen durch Landesmedienanstalten sei nicht vor Anfang kommenden Jahres zu rechnen. Operativ werde das Unternehmen dann voraussichtlich ab Ende 2007 tätig, sagte der Sprecher. Die Beteiligung stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes. Über Umsatzziele könnten derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Die Plattform werde als neutraler Provider ähnlich wie eine Kabelgesellschaft allen Unternehmen offen stehen, die bewegte Bilder über Handy verbreiten wollten.

Die Neva Media GmbH gehört den Angaben zufolge zu den Pionieren der Entwicklung von Anwendungen für den neuen technischen Standard DVB-H, der den mobilen Empfang von TV-Programmen, Videos und Mediendiensten auf kleinen Handgeräten wie Mobiltelefonen ermöglicht. DVB-H solle in den kommenden Monaten als weitgehend flächendeckendes Netz für ganz Deutschland aufgebaut werden, hieß es. Erste Anträge für Plattform-Lizenzen bei den Landesmedienanstalten in Berlin- Brandenburg, Hamburg und Niedersachsen habe Neva Media eingereicht.

Holtzbrinck: "Qualitätsdurchbruch im Handy-TV"

Verleger Stefan von Holtzbrinck erklärte, der Standard DVB-H bedeute einen "Qualitätsdurchbruch im Handy-TV. Bekannte, aber auch vor allem neue Unterhaltungs- und Informationsformate sind jetzt auf mobilem Wege problemlos übertragbar. Sie werden folglich die Medienvielfalt und die Märkte signifikant erweitern". Verleger Hubert Burda hob zugleich neue Geschäftschancen auch für die Programmanbieter hervor: "Handy-TV bietet etablierten Rundfunkveranstaltern und innovativen Medienunternehmen die Chance, ihre Angebote zeit- und ortsunabhängig für jeden verfügbar zu machen", erklärte Burda. (APA)

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