Handball-Streit um Spionage

19. Oktober 2006, 11:16
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Laut Bregenz hätten Fivers und Hard CL-Gegner Portowik Juschni tatkräftig unterstützt - Hard-Manager: "Eine absolute Frechheit"

Wien - Österreichs bisher siegloser Vertreter in der Handball-Champions League der Männer, A1 Bregenz, hat am Dienstag in einer Presseaussendung die "Neidgesellschaft" unter den Klubs der Handball Liga Austria (HLA) und das mangelnde Entgegenkommen dieser in der Terminplanung beklagt. Außerdem beschuldigen die Vorarlberger ihre Erzrivalen aus Hard und die Aon Fivers Margareten der "Spionage" für und Unterstützung von Portowik Juschni, am vergangenen Samstag Gruppen-Gegner der Bregenzer (20:22).

Vier Auswärtspartien in elf Tagen

Der Vorwurf der fehlenden Unterstützung in der HLA-Termingestaltung richtet sich gegen den UHC Tulln, der laut Aussendung der Bregenzer nicht dazu bereit wäre, sein Heimspiel gegen Bregenz vom 8. November auf einen Termin nach dem Auswärtsspiel in Juschni am 11. November zu verlegen. Innerhalb von elf Tagen müssen die Vorarlberger daher vier Auswärtspartien (Montpellier, Tulln, Juschni und Schwaz) bestreiten und dabei 8.350 Reisekilometer zurücklegen.

Laut HLA-Geschäftsführer Thomas Menzl berufen sich die Tullner aber lediglich auf ihr gutes Recht, diesen als offiziellen Ersatztermin für Europacup-Verhinderungen vor der Saison festgelegten Tag in Anspruch zu nehmen. Menzl sieht sich zudem als Manager der Aon Fivers mit Vorwürfen der Bregenzer konfrontiert. Dass ein U21-Torhüter der Margaretner auf Bitte des ukrainischen Fivers-Goalies Sergej Bilik und ohne Wissen der Klubführung ein Video der Partie Bregenz-Fivers gemacht und anschließend dem Juschni-Manager überreicht hatte, bestreitet Menzl auch gar nicht.

"Das stimmt. Dabei ist aber nichts Verbotenes passiert. Außer, dass Bregenz den Juschni-Verantwortlichen entgegen des EHF-Reglements verboten hat, selbst ein Video zu machen", erklärte Menzl, dessen Amtskollege, Hard-Manager Walter Ritzer, ebenfalls von den Bregenzern angegriffen wird. Die Harder hätten Juschni "ein Trainingslager organisiert", da die Ukrainer gleich nach dem Auswärtsspiel in Montpellier ins Ländle gereist waren und in der Woche vor dem Aufeinandertreffen mit Bregenz in der Harder Halle trainierten. Außerdem hätten Harder Legionäre gemeinsam mir der Juschni-Delegation das viel zitierte Meisterschaftsspiel gegen die Fivers beobachtet.

Hard-Manager: "Eine absolute Frechheit"

Hard-Manager Walter Ritzer reagierte erbost auf die Vorwürfe der Bregenzer. "Eine absolute Frechheit. Hard hat Juschni in keiner Weise ein Trainingslager organisiert. Unser Legionär Stanislaw Kulintschenko hat sich um die Ukrainer gekümmert. Das gehört ja wohl zum guten Ton, und außerdem kann ich ihm ja nicht verbieten, was er in seiner Freizeit macht. Als Hard-Manager kann ich Juschni ja wohl kaum aus dem Land werfen lassen." Man fordern nun jedenfalls eine Entschuldigung.

Ritzer betonte auch, dass Juschni die Halle in Hard, wie jeder andere Verein auch, von der Gemeinde zum Training gemietet hatte. "Man muss auch verlieren können und sollte dann nicht die Schuld bei anderen suchen", meinte der Manager des "Ländle"-Rivalen.(APA)

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    Für Bregenz läudft es in der CL suboptimal.

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