Ederer fordert mehr Geld für Bildung

17. Oktober 2006, 19:09
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Brigitte Ederer nennt skandinavische Länder als Vorbild - Europa soll USA Paroli bieten und Reform-Bereitschaft zeigen

Linz - Verstärkte Investitionen in die Bildung und in Forschung und Entwicklung sowie mehr Flexibilität der Unternehmen und deren Mitarbeiter forderte die Vorstandsvorsitzende der Siemens Österreich AG, Brigitte Ederer, Montagabend in Linz im Rahmen der Aktientagung der Hypo Oberösterreich. Dies seien die wesentlichsten Erfolgsfaktoren, damit Europa künftig als Wirtschaftsraum den USA aber auch China und Indien weiterhin Paroli bieten könne. Interesse am Amt des Finanzministers dementierte sie.

Die Diskussion bei der Aktientagung befasste sich mit dem Thema "Ist die EU und nicht Amerika das Wirtschaftsmodell der Zukunft?". Neben Ederer nahmen der US-Börsenexperte Markus Koch und der Fondsmanager von DWS Investment Michael Sieghard teil.

Reformbereitschaft

Einig waren sich alle, dass sich der Wirtschaftsraum Europa vor der Wirtschaftsnation Nummer 1, den USA, nicht zu verstecken brauche. Vielmehr habe, so Ederer, Europa künftig wirtschaftlich gute Chancen, wenn auch die notwendige Reformbereitschaft vorhanden sei. Als "europäisches Vorzeigemodell" sieht Ederer vor allem die skandinavischen Länder. Diese seien deutlich flexibler und veränderungsbereiter als der Rest Europas. "Das Bedürfnis nach Sicherheit darf nicht dazu führen, dass man nichts mehr verändert", betonte die Siemens-Österreich-Chefin.

Die Standortfrage werde künftig vor allem dahingehend entschieden werden, wo die Unternehmen die besten Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung vorfinden, stellte Ederer fest. Dies sei eine der größten Herausforderungen der europäischen Wirtschaftspolitik. Als glühende Verfechterin der Europäischen Union wünsche sie sich, dass diese in wichtigen Fragen künftig noch stärker einheitlich nach außen auftrete. Dies würde das Gewicht Europas in der Welt deutlich steigern, so die Siemens-Chefin.

Die Innenpolitik war bei dieser Diskussion nur am Rande ein Thema. Angesprochen auf Medienberichte, sie könnte in der künftigen Bundesregierung als Finanzministerin tätig sein, erklärte Ederer: "Die Frage erübrigt sich." (APA)

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    Brigitte Ederer: Europa braucht sich vor den USA nicht zu verstecken.

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