Annan besorgt über Gewalt in Sri Lanka

17. Oktober 2006, 09:28
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Ruft Konfliktparteien zur Rückkehr an Verhandlungstisch auf - Regierung weiterhin für Friedensgespräche

New York - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat sich besorgt über die jüngste Welle der Gewalt in Sri Lanka geäußert. Sein Sprecher Stephane Dujarric sagte in New York, Annan sei beunruhigt über den jüngsten Bombenanschlag, bei dem am Montag über 100 Menschen in den Tod gerissen wurden. Der UN-Generalsekretär rufe die Konfliktparteien zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. Durch einen neuen Bürgerkrieg könne den Konflikt nicht gelöst werden.

Anschlag auf Militärkonvoi

Für den Anschlag auf einen Militärkonvoi der srilankischen Marine nahe der Stadt Dambulla wurden tamilische Rebellen verantwortlich gemacht. Es war einer der schwersten Anschläge seit Abschluss des brüchigen Waffenstillstands aus dem Jahre 2002. Die Aufständischen kämpfen für eine Autonomie der tamilischen Gebiete im Osten und Norden der Insel Ceylon. Der Bürgerkrieg kostete seit 1983 schon mehr als 66.000 Menschen das Leben.

Regierung weiterhin für Friedensgespräche

Sri Lankas Regierung will nach den Worten eines ranghohen Politikers trotz des jüngsten Selbstmordanschlags an Friedensgesprächen mit den tamilischen Rebellen festhalten. Die Regierung werde bei solchen Anschlägen Vergeltung üben, aber sie werde die Verhandlungen fortsetzen, sagte der Chef des Friedenssekretariats der Regierung, Palitha Kohona, am Dienstag.

Bei dem Anschlag am Vortag wurden fast 100 Menschen getötet. Vermutlich Tamilen-Rebellen hatten einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in einen Militärkonvoi gefahren und gezündet. Unter den Toten seien viele Soldaten, aber auch einige Zivilisten, teilte die Armee mit. Der Angriff ereignete sich nahe der Stadt Habarana, etwa 190 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo.

Am 28. Oktober sollen Vertreter der Konfliktparteien in Genf zu Friedensgesprächen zusammenkommen. Am Montag nahm der japanische Gesandte Yasushi Akashi Gespräche mit der Regierung auf, um vorher dem Friedensprozess neue Impulse zu verleihen. Japan ist der größte Geldgeber des Inselstaats im Indischen Ozean.(APA/AP)

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