Parfumierte Seelen

16. Oktober 2006, 22:00
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Franz Lehárs "Giuditta" in ener herrlichen Inszenierung von Isabella Fritdum im Stadttheater Baden

Eine Operette? Nein, viel eher eine veristische Oper ist Franz Lehárs Giuditta (1934), mit massig Parfüm überschüttet. Das Stadttheater Baden eröffnet seine Saison mit einer herrlichen Inszenierung von Isabella Fritdum und einer hervorragend eingespielten Darstellerriege. Eine tragische Liebesgeschichte: Giuditta (Morenike Fadayomi) verlässt ihren um vieles älteren Mann Manuele (Heinz Zuber), um dem Soldaten Octavio (José Moreno) in die Fremde zu folgen. Sie endet als Nachtklubtänzerin, und Octavio stirbt aus Verzweiflung.

Einzig das Buffo-Paar Pierrino (Anton Graner) und Anita (Katja Reichert) sorgt für ein paar unbeschwerte Momente im seelenprunkenden Geschehen. Tadellose sängerische Leistungen paaren sich in Baden mit glaubhaftem Schauspiel, ohne in unnötigen Kitsch abzugleiten. Das elegante und zweckmäßige Bühnenbild stammt von Susanne Thomasberger, Dirigent Franz Josef Breznik hat eine anspruchsvolle Partitur zu bewältigen. (hast/ DER STANDARD, Printausgabe, 17.10.2006)

Stadttheater Baden
02252/48 338
Vorstellungen bis 25.11
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