UNO-Sicherheitsrat fordert Rückzug Eritreas aus Pufferzone

24. Oktober 2006, 13:03
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1.500 Soldaten und 15 Panzer in Gebiet an äthiopischer Grenze geschickt - Regierung: "Nur Erntehelfer"

New York - Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat Eritrea aufgefordert, sich sofort aus dem Grenzgebiet zu Äthiopien zurückzuziehen. Die Entsendung von rund 1500 Soldaten und 15 Panzern in die entmilitarisierte Zone widerspreche dem Waffenstillstand vom Juni 2000, erklärte das oberste UNO-Gremium in einem am Mittwoch verbreiteten Presseerklärung. Eritrea müsse die Vereinbarungen einhalten und die Einschränkungen für die UN-Mission sofort aufheben.

Der eritreische Informationsminister Ali Abdu hatte am Dienstag den Vorwurf eines Eindringens in das Grenzgebiet zurückgewiesen. Die Soldaten in der Pufferzone seien lediglich Erntehelfer, sagte er.

Größtmögliche Zurückhaltung

UNO-Sprecher Stéphane Dujarric betonte dagegen, nach Einschätzung der Vereinten Nationen habe sich an der Situation vor Ort bisher nichts geändert. Der Sicherheitsrat sei tief besorgt über die Berichte und appelliere an beide Seiten, größtmögliche Zurückhaltung zu zeigen und jede Eskalation der Spannungen zu vermeiden.

Eritrea hatte sich 1993 friedlich von Äthiopien getrennt und dem Land damit den Zugang zur Küste genommen. 1998 kam es jedoch zu einem Krieg über den Grenzverlauf, in dem mindestens 70.000 Menschen starben. Die Grenze zwischen beiden Ländern ist noch immer nicht markiert. Die UNO-Mission kontrolliert eine 25 Kilometer breite Sicherheitszone. Rund 3800 Blauhelme sind bei der UNO-Äthiopien-Eritrea-Mission (UNMEE) im Einsatz, unter ihnen auch drei österreichische Armeebeobachter. (APA/dpa)

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