Libanon lehnt Israels Aufforderung zu Gesprächen ab

20. Oktober 2006, 16:19
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"Wären die letzten, die einen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnen" - Israel wirft Syrien Waffenlieferungen vor

Beirut/Jerusalem - Der libanesische Ministerpräsident Fouad Siniora hat israelischen Avancen für Friedensgespräche eine Abfuhr erteilt. Der Libanon wäre der letzte arabische Staat, der einen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnen würde, hieß es in einer Erklärung Sinioras am Montag nach dem Aufruf des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert zu einem gemeinsamen Treffen.

Siniora erklärte weiter, vielmehr müsse Israel vor einem Friedensschluss Land zurückgeben, das es seit 1967 besetzt hält - so auch die Schebaa-Farmen. Libanon beansprucht die Grenzregion für sich, während die UN die Farmen als israelisch besetztes, aber syrisches Territorium definieren. Der israelische Regierungs-Chef Olmert hatte Siniora zuvor öffentlich um ein Treffen gebeten und die Hoffnung geäußert, auf dem Weg direkter Gespräche Frieden zwischen beiden Völkern zu schaffen. Siniora verlangte in seiner Reaktion von Israel vor einem Friedensschluss auch die Umsetzung der UN-Resolution, die Mitte August den mehr als einmonatigen Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz beendete.

Vorwurf an Syrien

Unterdessen warf Israel Syrien vor, die radikal-islamische Hisbollah weiterhin mit Waffen zu versorgen und damit den von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand zu verletzen. Sollte dies nicht beendet werden, behalte sich Israel eigene Schritte vor, um gegen den Waffenschmuggel vorzugehen, sagte Verteidigungsminister Amir Peretz am Montag.

"Wir sind noch dabei, Beweise zu sammeln", sagte Peretz nach Angaben eines Parlamentssprechers bei der Anhörung eines Geheimdienstoffiziers, der über den Waffenschmuggel berichtete. "Wenn es sich dabei um regelmäßige Vorfälle handelt, werden wir uns der Schmuggler selbst annehmen." Seit Montag leitet die Deutsche Marine den UN-Einsatz vor der libanesischen Küste, der den Waffenschmuggel auf dem Seeweg unterbinden soll.

Die im August verabschiedete UN-Resolution 1701 machte ein Ende des 34-tägigen Krieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah möglich. Danach soll die aufgestockte UN-Truppe Unifil den Waffenstillstand im Grenzgebiet überwachen. Als Unterstützer der Hisbollah gilt neben Syrien auch der Iran. (APA/Reuters)

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