Aids-Aufklärung verärgert chinesische Polizei

18. Oktober 2006, 11:15
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Organisation wollte Prostituierte mittels Verteilen von Kondomen und Vortrages erreichen: Aktion sei inakzeptabel

Peking - Eine Aktion zur Aids-Aufklärung chinesischer Prostituierter hat die Polizei verärgert. Die MitarbeiterInnen eines Zentrums für die Kontrolle von Krankheiten in Harbin hatten vergangene Woche Gratiskondome verteilt und die über 50 Teilnehmerinnen des Vortrags "Schwestern" genannt, wie die Zeitung "Beijing News" am Montag berichtete. Polizeivertreter nannten die Veranstaltung dem Bericht zufolge inakzeptabel. "Die normalerweise im Untergrund arbeitenden Prostituierten trugen ihren Beruf diesmal auf der Stirn."

Verboten und vertuscht

Die Prostitution war nach der kommunistischen Revolution 1949 ausgerottet worden, ist jedoch seit den Marktreformen Anfang der achtziger Jahre wieder aufgeblüht. Die Polizei hat sogar das Mitführen von Kondomen in der Handtasche als Rechtfertigung für die Verhaftung von Prostituierten benutzt. Schätzungen zufolge sind in China rund 650.00 Menschen mit dem HIV-Virus infiziert. Laut Gesundheitsexperten stecken sich die meisten Menschen durch sexuelle Kontakte an. (APA/Reuters)

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