Naha - moderne Hauptstadt Okinawas

1. Juli 2005, 14:12
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Malvenblüten, Orchideen, Palmen, weiße Strände und blaue Tiefen, die Merkmale jedes Südsee-Traums trifft man auch auf Okinawa an.

Und trotz bewegter Geschichte regiert eine gewisse Lässigkeit über der hunderte Kilometer von Zentral-Japan entfernten Inselgruppe. Brigitta Bernart-Skarek hat ihre moderne Hauptstadt besucht.

Erster Tag

Auf einem Hügel, von einem Park umgeben, liegt die berühmteste Sehenswürdigkeit der Stadt, das Schloß von Shurijo. Es diente der Sho-Dynastie, die mehr als 400 Jahre über Okinawa regierte, als Herrschersitz. Hier fand auch der erste Schritt zur Beendigung der Isolation Japans statt. Indem sich 1853 der amerikanische Commander Perry Einlass durch das Haupttor Shuri no Mon der Schloßanlage erzwang. Das Königreich wurde 1879 von Japan aufgelöst und dem Kaiserreich einverleibt. Die schrecklichen Kämpfe im 2. Weltkrieg haben nicht viel von der Schlossanlage zurückgelassen. Was man heute besichtigt, sind detailgenaue Rekonstruktionen der einstigen Pracht, die 1993 fertiggestellt wurden. Neben dem Schlossbesuch kann hier auch die schönste Aussicht auf die Umgebung genossen werden. Im Park befinden sich die Überreste der Tempelanlagen Enkakuji und Bezaitendo. Unterhalb des Schlosses liegen die Anfangs des 15. Jahrhunderts errichteten Königsgräber, Tamau-don. Die Straße führt weiter zum Ryusen-Handwerksmuseum. Ryusen ist, wie der noch bekanntere Bingata, ein auf traditionelle, handwerkliche Art hergestellter bedruckter Stoff. Als Material dienen dazu ausschließlich einheimische Pflanzen. Das Museum ist mehr ein äußerst traditionell geführtes Geschäft mit angeschlossener Werkstätte, die zur Besichtigung einlädt. Wer sich vorgenommen hat einen handbemalten Seidenkimono zu ergattern, wird hier auf seine Kosten kommen. Nur muss er dabei recht tief in die Tasche greifen: Ab 100.000 Schilling sind die wunderschönen Unikate zu bekommen. Aber auch preiswertere Mitbringsel gibt es. Die mit Kimono, Geta und ewigem Lächeln ausgestattete Verkäuferin berät Sie sicher gerne.


Zweiter Tag:

Kokusai-dori ist zwar nur eineinhalb Kilometer lang, aber die Einkaufsstraße schlechthin bietet eine unermessliche Auswahl an Geschäften an. Ob Hawaii-Hemd, in Alkohol eingelegte Schlange, Surferkleidung oder Perlen, das breite Angebot lädt dazu ein, bummelnd die Zeit unbemerkt vorbeiziehen zu lassen. Im ersten Drittel befindet sich der Zugang zur überdachten Einkaufspassage: Heiwa dori. Dort liegt auch das kulinarische Einkaufszentrum Nahas. Neben der Fülle von Südfrüchten und lokalen Spezialitäten wie Warzengurke, eingelegter Chilli und geräucherte Schlange, begeistern auch die Süßigkeiten-Stände mit ihren farbenfrohen Waren. Nicht zu vergessen der Fischmarkt, dessen Vitrinen prallgefüllt mit den buntesten Fischen, den Besucher genauso in seinen Bann zieht, wie die Legionen von Krustentieren, die immer wieder versuchen die Wassertanks zu verlassen. Rund um und auf Kokusai-dori liegen übrigens unzählige Lokale, in denen die zuvor bestaunten Waren des Lebensmittelmarktes frisch zubereitet auf den Tellern landen.

Wem ein paar Stunden Einkaufsvergnügen reichen, die Geschäfte halten täglich bis 20.00 Uhr geöffnet, dem empfiehlt sich ein Ausflug. Die vom Bussbahnhof abfahrenden Linien 37 und 38 bringen Sie nach einer Stunde Fahrt zum Chinen Marine Leisure Centre. Dort warten die Glasboote zur Rundfahrt. Durch den transparenten Boden sehen Sie das Korallenriff und seine Bewohner ohne nass zu werden. Von dort fährt auch ein
Taxibootdienst zur unbewohnten winzigen Insel Komaka-Jima. Flossen, Schnorchel, Brille, Sonnenschirm und vor allem Sonnenschutz mit Faktor 30 nicht vergessen mitzunehmen!!! Ein weiterer Tagesausflug, der das Südseefeeling garantiert, geht von Nahas Hafen namens Tomari aus. Hier fahren täglich Fähren zu den Kerama Inseln: Tokashiki, Zamami und Aka. Informationen & Details

Anreise:
Austrian Airlines fliegen mehrmals wöchentlich direkt nach Osaka oder Tokio.Von dort geht es z.B. mit dem AUA-Partner All Nippon Airways weiter nach Naha auf Okinawa.

Einkauftipps:
Aloha Shop Paikaji, Kokusai-dori: Die schönsten Hawaii-Hemden und Meterware mit Südseemotiven.
Banyan, Kokusai-dori:
Erschwingliche Bingata- Untersetzer und die für Okinawa so typischen Terrakotta-Hunde. Ujizome, Heiwa-dori: Tischtextilien mittels Zuckerrohr grün gebatikt.

Reisezeit:
Empfehlenswert sind die Monate November bis anfangs April, in denen sich die Inseln von ihrer angenehmen Seite, ohne Hitze und Taifune, zeigen.
Informationen & Bücher: Anregungen zur individuellen Buchung gibt die Hotelsite: www.j-hotel.or.jp/english/index.html oder das englischsprachige Buch: "Japan" Lonely Planet, das Hotels auflistet und auch sonstige Reise-Tipps bietet. Zum Sprach-Einstieg empfiehlt sich der Kauderwelsch Band 6: "Japanisch Wort für Wort", Reise Know-How Verlag

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