Mord an Tiroler Mutter: Exmann bestreitet Tat

18. Oktober 2006, 11:14
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Ermittler überprüfen "Widersprüche": Aussagen bislang unter Verschluss

Innsbruck - Nach dem Mord an einer 34-jährigen Zillertalerin in der Nacht auf Samstag bestreitet deren Exmann die Tat. Die Polizei hielt den 38-Jährigen am Montag weiter "dringend der Tat verdächtig". Widersprüche in den Aussagen würden überprüft, hieß es am Nachmittag bei einer Pressekonferenz. Die vier Kinder der Toten würden psychologisch betreut.

Umfassender polizeilicher Akt

1997 hätten sich die beiden Tiroler kennen gelernt, ein Jahr später wurde geheiratet, berichtete Chefermittler Albrecht Jirowez. Neben der nunmehr elfjährigen Tochter aus einer früheren Beziehung hatte das Paar drei Buben im Alter von heute vier, fünf und sieben Jahren. Es gebe einen umfassenden polizeilichen Akt über körperliche Misshandlungen gegen die Frau und die Stieftochter. Bei einer Hausdurchsuchung im Jahr 2000 seien drei Pistolen, sechs Langwaffen und 6.000 Schuss Munition gefunden worden, ein Waffenverbot sei daraufhin ausgesprochen worden.

Jugendamt

Nach der Scheidung im Jahr 2004 habe es Sorgerechtsstreitigkeiten um die drei Buben gegeben, wobei der 38-Jährige "alle Hebel in Bewegung gesetzt hat", sagte der Leiter des Landeskriminalamtes, Walter Pupp. Im August dieses Jahres seien die Drei vom Jugendamt in ein Wohnheim in Zirl bei Innsbruck eingewiesen worden. Dort habe man den Tatverdächtigen am Samstag festnehmen können. Er hatte seine Kinder besucht.

Aussagen nicht publik

Über die Aussagen des Mannes hüllten sich die Ermittler vorerst in Schweigen. In der Nacht auf Samstag habe der Täter die Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Uderns betreten und sei von der 34-Jährigen eingelassen worden. Hinweise auf ein gewaltsames Eindringen gebe es nicht. Die Elfjährige und deren 15-jährige Freundin, die in der Wohnung übernachtet habe, hätten Lärm gehört, sich aber nicht aus dem Zimmer getraut. Erst gegen 8.30 Uhr habe die Tochter nach dem Auffinden der Leiche eine Nachbarin verständigt.

Die Leiche weise eine massive Halsverletzung auf, die dem Opfer mit einem Küchenmesser zugefügt worden sei. Es gebe auch Abwehrspuren.

Der Tatverdächtige bestreite jeden Zusammenhang. Er sei seit August nicht mehr in der Wohnung gewesen. Wie der 38-jährige Kraftfahrer den Mord sich erkläre, wollten die Ermittler nicht sagen. Er sei alleine zu Hause gewesen. Seine Wohnung befindet sich wenige Straßen entfernt vom Tatort. (APA)

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