bwin-Aktien - FMA ermittelt auch im Ausland

24. Oktober 2006, 10:32
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Verdacht auf Marktmanipulation

Bei den noch laufenden Ermittlungen wegen des Verdachts der Marktmanipulation mit Aktien des börsenotierten österreichischen Internet-Sportwetten- und -Glücksspiel-Anbieters bwin (vormals betandwin) arbeitet die Finanzmarktaufsicht (FMA) mit mehreren internationalen Aufsichtsbehörden zusammen, sagte FMA-Vorstand Heinrich Traumüller am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten auf Fragen von Journalisten. Die sei notwendig, da es sich bei bwin um eine international gehandelte Aktie handle.

Enger Kontakt

"Wir stehen in engem Kontakt mit anderen Aufsichtsbehörden und leisten uns gegenseitige Amtshilfe", sagte Traumüller. Die FMA untersuche in dieser Causa seit Ende Mai. Die Aufsichtsbehörden müssten sich mehr als 100.000 grenzüberschreitende Transaktionen anschauen.

Nichts Neues gibt es laut FMA in der Brau Union-Insider-Affäre. Der Fall liege bei Gericht, wann das Verfahren beginnen werde, wisse man nicht. Die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft umfasse derzeit die Fälle BBAG/Brau Union (schon bei Gericht), sowie die Fälle Cybertron, Yline und EMTS.

Stützungskäufe

Wie berichtet hätten in der bwin-Causa im Mai offenbar Stützungskäufe einen Absturz der bwin-Aktie verhindern sollen. Die Ermittlungen konzentrieren sich laut Zeitungsberichten auf Transaktionen der Gismo-Stiftung des ehemaligen bwin-Großaktionärs Martin Begsteiger. Das Volumen soll bei sieben Millionen Aktien gelegen sein. Die Aufträge sollen über die Deutsche Bank geordert und über die Erste-Bank-Tochter ecetra in deren Auftrag abgewickelt worden sein. Neben der deutschen BaFin wurde auch die britische Finanzsaufsichtsbehörde FSA eingeschaltet.

Laut einem weiteren Zeitungsbericht hat im Zusammenhang mit dem Kursverfall der bwin-Aktie möglicherweise auch die Erste Bank ein größeres Problem. Diese Gerüchte hätten sich indirekt bestätigen, hieß es, nachdem Erste Bank-Chef Andreas Treichl erklärt habe, dass die Bank heuer wegen höherer Wertberichtigungen "nur" um 20 Prozent mehr verdienen werde. Ohne die neu erfolgten Abschreibungen hätte die Bank um 30 Prozent mehr eingenommen. Weitere Details habe sich Treichl nicht entlocken lassen. Im Vorjahr lag der Gewinn der Erste Bank bei 711,7 Millionen Euro. Somit dürfte der überraschende Abschreibungsbedarf rund 70 Millionen Euro ausmachen, heißt es. (APA)

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